Ottakringer will bis zu 190.000 Aktien (7,88 Prozent der Stammaktien) zu einem Preis von 100 Euro je Stück "ex Dividende" kaufen (aktueller Kurs an der Wiener Börse: 109 Euro). Der Vorstand will die zurückgekauften Stammaktien mittelfristig als Transaktionswährung für die weitere Unternehmensexpansion verwenden, aber auch den Streubesitz der Stammaktie und die Liquidität der Stammaktie am Kapitalmarkt erhöhen, heisst es als Erklärung seitens des Unternehmens. Wir haben Aktienmarkt-Experten Wolfgang Matejka um eine Interpretation gebeten: "Das Anbot zum Rückkauf der Aktien kürzt naturgemäß zuerst den Streubesitz. Die Ottakringer möchte damit aber eine Art Akquisitionswährung schaffen, um andere Unternehmen zu übernehmen und in Aktien zu bezahlen. Diese wiederum können die Aktien dann später (zumeist 6 bis 12 Monate Lock up) wieder an der Börse verkaufen wodurch sich (sofern die Transaktion größer als die 190.000 Aktien ist) der Streubesitz wieder erhöht. Interessant dabei ist, dass sich das Anbot so ziemlich exakt auf sämtliche noch freien Stücke bezieht. Laut Bloomberg sind von den 2,4 Mio. Aktien eigentlich nur 123.496 im Streubesitz". Für Matejka gibt es noch einen möglichen Hintergrund: "Es wird wohl auch als Motiv für diese Transaktion der Umstand gelten, dass die Ottakringer dadurch ihre doch recht komplexe Eigentümerstruktur und Holdingstruktur verschlankt um wahrscheinlich auch intern Kosten durch den Wegfall der Sitzungskaskaden zu erreichen (zB: weniger AGs mehr GmbHs in der Holding)." Es könnte laut Matejka aber auch etwas Größeres im Anflug sein: "Durch das Komittment zum Börselisting wird naturgemäß der Gedanke an eine künftige größere Transaktion an der Börse (Akquisition etc..) in den Raum gestellt", erklärt der Fondsmanager.
Aus dem Börsenbrief #gabb vom 8.3. 2018
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