Berliner Wohnungsmarkt: Verkäufer profitieren von Neubaukrise ( Finanztrends)

Der Berliner Immobilienmarkt dreht sich: Während Neubauwohnungen für viele unbezahlbar sind, steigen die Preise für Bestandsimmobilien. Verkäufer stehen damit vor historisch guten Bedingungen.

Neubau wird zum Luxusgut

Die Investitionsbank Berlin (IBB) rechnet für 2025 mit rund 16.300 fertiggestellten Wohnungen. Dieser leichte Anstieg täuscht jedoch, denn er basiert auf einem alten Bauüberhang. Die eigentlichen Genehmigungszahlen sind seit Jahren im Sinkflug.

Das größte Problem ist die mangelnde Bezahlbarkeit. Ein durchschnittlicher Berliner Haushalt kann sich laut IBB eine Kaltmiete von 12,00 bis 12,90 Euro pro Quadratmeter leisten. Freifinanzierte Neubauten kosten jedoch oft über 20 Euro. Diese Kluft treibt Wohnungssuchende massenweise in den Kaufmarkt für bestehende Immobilien.

Anzeige

Wer in diesem dynamischen Marktumfeld eine Immobilie vermietet, sollte genau prüfen, welche Mietpreise 2025 rechtlich zulässig sind. Dieser kostenlose PDF-Report liefert Ihnen aktuelle Vergleichsmieten für deutsche Städte und hilft Ihnen bei der rechtssicheren Begründung von Anpassungen. In 5 Minuten wissen, was Sie 2025 wirklich verlangen dürfen

Bestandspreise ziehen wieder an

Die Korrekturphase der Jahre 2022 und 2023 ist vorbei. Das zeigt der aktuelle Wohnungsmarktbericht von Guthmann Estate. Die Transaktionspreise für Bestandswohnungen stiegen im vergangenen Jahr um drei Prozent auf durchschnittlich 5.140 Euro pro Quadratmeter.

Die Preisschere zum Neubau ist gewaltig. Für Neubau-Eigentumswohnungen werden durchschnittlich 8.220 Euro fällig – über 3.000 Euro mehr als im Bestand. Gleichzeitig sank das Angebot an Kaufimmobilien erstmals seit drei Jahren wieder um vier Prozent. Weniger Angebot bei hoher Nachfrage: Das stärkt die Position der Verkäufer erheblich.

Der große Unterschied: Bezugsfreiheit

Wer verkaufen will, muss strikt zwischen vermieteten und bezugsfreien Objekten unterscheiden. Bezugsfreie Wohnungen sind derzeit heiß begehrt. Viele Käufer wollen dem teuren Mietmarkt entfliehen und suchen gezielt nach Wohnraum zur Selbstnutzung.

Der Verkauf vermieteter Wohnungen gestaltet sich komplexer. Kapitalanleger prüfen Renditen genau. Bei Bauzinsen von 3,5 bis 3,8 Prozent und regulatorischen Hürden wie der Mietpreisbremse sind hohe Gewinne schwer zu erzielen. Die Folge: Vermietete Objekte erzielen oft niedrigere Preise als bezugsfreie in Top-Lagen.

So gelingt der Verkauf 2026

Um die Gunst der Stunde zu nutzen, ist Vorbereitung alles. Käufer achten heute extrem auf effiziente Grundrisse. Lange Fluren und ungenutzte Flächen werden zum Ausschlusskriterium, denn jeder Quadratmeter ist teuer.

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Energieeffizienz. Wegen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) fordern Käufer detaillierte Infos zum Zustand und zu Sanierungskosten. Ein aktueller Energieausweis ist Pflicht. Transparenz beschleunigt den Verkauf.

Anzeige

Ob Verkauf oder Vermietung – eine rechtssichere Kalkulation der laufenden Kosten ist für die Rentabilität Ihrer Immobilie entscheidend. Der kostenlose Ratgeber „Betriebskosten 2025“ zeigt Ihnen kompakt auf, welche Kosten Sie rechtssicher umlegen können und wo typische Fallstricke lauern. Betriebskostenabrechnung in 5 Minuten rechtssicher erledigt

Trotz der guten Lage warnen Makler vor überzogenen Preisvorstellungen. Käufer sind wegen der Finanzierungskosten preisbewusster geworden. Ein zu hoher Preis führt zu langen Vermarktungszeiten – und am Ende oft zu einem niedrigeren Erlös.

Markt findet neue Normalität

Nach dem Zinsschock der Vorjahre hat sich der Markt stabilisiert. Die anhaltende Zuwanderung und der strukturelle Wohnraummangel treiben die Nachfrage. Da Neubau kaum bezahlbar ist, konzentriert sich der Fokus unweigerlich auf den Bestand.

Diese Verschiebung stützt langfristig den Wort von Bestandsimmobilien in guten Lagen. Die Erholung zeigt sich auch in den Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden wieder über 12.500 Verkäufe von Bestandswohnungen registriert.

Angebot bleibt knapp

Die Aussichten für Verkäufer bleiben robust. Der aktuelle Bauüberhang wird mittelfristig abgebaut sein, während neue Baugenehmigungen fehlen. Das Angebot an bezahlbaren Wohnungen wird also weiter schrumpfen – und den Druck auf den Bestandsmarkt aufrechterhalten.

Eigentümer, die einen Verkauf planen, finden derzeit äußerst günstige Bedingungen vor. Die Preise steigen wieder. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer realistischen Bewertung und rechtssicheren Unterlagen. Besitzer bezugsfreier, energetisch solider Wohnungen können auf zügige Deals zu Top-Konditionen hoffen.



(12.03.2026)

Trading


 Latest Blogs

» PIR-News: Investieren in unsicheren Zeiten...

» (Christian Drastil)

» Ethereum: Institutioneller Boom, interne Z...

» Vonovia Aktie: Doppelter Gegenwind ( Finan...

» KI in der Personalarbeit: Vom Experiment z...

» Psychische Belastung in Deutschland steigt...

» Fiserv Aktie: Radikalkur nach Absturz ( Fi...

» Redevelopment als Zukunftsmodell: Wie die ...

» KI-Angriffe zwingen Cybersicherheit zum ra...

» Infineon Aktie: Analysten gegen den Trend ...


Finanztrends

Redaktion finanztrends.de

>>


 Weitere Blogs von Finanztrends

» KI in der Personalarbeit: Vom Experiment z...

Die Personalbranche steht vor einem Wendepunkt: Künstliche Intelligenz wird vom Spielzeug zum kr...

» Psychische Belastung in Deutschland steigt...

Neue Studien zeigen eine alarmierende Zunahme psychischer Belastungen. Besonders Kinder, Jugendl...

» KI-Angriffe zwingen Cybersicherheit zum ra...

Die globale Cybersicherheitsbranche steht vor einem Wendepunkt. Grund sind die ersten bestätigte...

» Steuerplanung wird 2026 zum Schlüssel für ...

Die Erholung des deutschen Immobilienmarkts macht Steuerstrategien zum wichtigsten Hebel für Inv...

» Studie identifiziert 64 Blutproteine als D...

Eine großangelegte Proteom-Analyse hat 64 spezifische Proteine im Blut identifiziert, die Jahre ...