Der Berliner Senat hat einen Gesetzentwurf verabschiedet, um den Wohnungsbau zu beschleunigen. Das "Einfach-Bauen-Berlin-Gesetz" soll technische Standards senken und Genehmigungsverfahren straffen. Es reagiert auf eine Wohnungslücke von zehntausenden Einheiten und hohe Neubaumieten.
Das Herzstück der Pläne ist die Reduzierung rechtlicher Baustandards. In Bereichen wie Brandschutz, Schallschutz und Wärmedämmung soll nur noch ein notwendiges Mindestmaß gelten – sofern die Sicherheit gewahrt bleibt. Ziel ist es, Bauprojekte für bezahlbaren Wohnraum wieder rentabel zu machen.
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Ein weiterer Pfeiler sind Änderungen an der Bauordnung und dem Denkmalschutzgesetz. Sie sollen die Umnutzung bestehender Gebäude erleichtern. Dachgeschossausbauten und Aufstockungen werden durch vereinfachte Brandschutzauflagen attraktiver. Branchenvertreter begrüßen den Vorstoß als pragmatisches Signal. Das Gesetz könnte im Sommer 2026 in Kraft treten.
Trotz politischer Ankündigungen zeigen die Zahlen ein düsteres Bild. Das Ziel von 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird regelmäßig verfehlt. 2024 wurden nur 15.362 Einheiten fertiggestellt – ein Rückgang um vier Prozent. Hohe Zinsen, gestiegene Materialkosten und Fachkräftemangel bremsen die Branche aus.
Besonders alarmierend ist der Einbruch bei den Baugenehmigungen. Die Bereitschaft privater Investoren, neue Projekte zu starten, sank zeitweise um über 30 Prozent. Während Bestandsmieten moderat stiegen, klafft bei Neubauten eine tiefe Lücke: Angebotsmieten kletterten 2024 auf über 20,50 Euro pro Quadratmeter. In Szenevierteln sind Spitzenwerte erreicht, die für Durchschnittsverdiener unerschwinglich sind.
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In der Krise kommt den sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften eine Schlüsselrolle zu. Sie verfügten Ende 2024 über rund 365.000 Wohnungen. Der Senat will diesen Bestand bis Ende 2026 auf 400.000 Einheiten ausweiten.
Die landeseigenen Unternehmen gelten als Anker sozialer Wohnungspolitik. 2024 bauten sie trotz widriger Umstände 3.461 neue Wohnungen. Um ihre Ziele zu erreichen, setzen sie auf modulares Bauen und landeseigene Grundstücke. Doch auch sie verfehlten ihre Neubauziele 2024 um etwa 30 Prozent.
Die Wohnungsnot hat viele Ursachen: Bevölkerungswachstum, internationale Zuwanderung und wirtschaftliche Unsicherheit. Das Ende 2024 in Kraft getretene "Schneller-Bauen-Gesetz" konnte die erhoffte Trendwende nicht einleiten. Makroökonomische Faktoren wie die Zinspolitik wogen schwerer als lokale Erleichterungen.
Das neue "Einfach-Bauen-Gesetz" setzt nun direkt an den Baukosten an. Durch den Verzicht auf teure Sonderstandards sollen diese gesenkt werden. Marktbeobachter rechnen mit einer ersten spürbaren Wirkung auf die Genehmigungszahlen frühestens 2027.
Parallel erarbeitet die Stadtverwaltung bis Mai 2026 ein weiteres Maßnahmenpaket. Es soll Verwaltungsprozesse zwischen Landesebene und Bezirken harmonisieren. Ob Berlin die 20.000-Wohnungen-Marke jemals erreicht, bleibt offen. Analysten mahnen: Neben rechtlichen Erleichterungen sind stabile Zinsen und eine gezielte Förderung des sozialen Wohnungsbaus nötig.
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