Trumps Ankündigung, geplante Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur für zehn Tage auszusetzen, hat den Goldpreis am Freitag kräftig angetrieben. Der Spot-Preis kletterte auf 4.495 USD — ein Tagesgewinn von 2,63 %. Gleichzeitig steuert das Edelmetall auf sein schlechtestes Monatsergebnis seit Jahren zu.
Der Handelstag verlief alles andere als ruhig. Zunächst fiel Gold auf ein Tagestief von 4.402 USD, ehe die Nachricht über das US-Moratorium eine Kaufwelle auslöste, die den Kurs bis auf 4.502 USD trieb. Den Abschluss bei 4.495 USD verhinderte eine weitere Gegenbewegung am späten Nachmittag.
Stütze kam auch von der iranischen Seite: Teheran wies Trumps Verhandlungsangebot als „unlogisch" zurück und lehnte direkte Gespräche ab — was die Nachfrage nach dem sicheren Hafen am Nachmittag erneut belebte. Gleichzeitig belastet der Ölpreis, der sich stabil über 100 USD pro Barrel hält, die Inflationserwartungen und nährt Spekulationen über weitere Fed-Zinserhöhungen. Marktdaten sehen derzeit eine 38-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Erhöhung im Dezember.
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Auffällig: Während der Spotpreis stieg, gaben Gold-ETFs nach. ICICI Prudential Gold ETF, Nippon India Gold BeES und SBI Gold ETF verloren zwischen 2,09 und 2,36 Prozent. Analysten führen die Divergenz auf Gewinnmitnahmen und eine Umschichtung in den US-Dollar zurück. Berichten zufolge liquidierten zudem einige Zentralbanken Goldreserven, um Währungsstützungen in der Region zu finanzieren.
Technisch bleibt das Bild trotz des Tagesgewinns angespannt. Der nächste nennenswerte Widerstand liegt beim 100-Tage-EMA bei 4.616 USD — ein Niveau, das Gold zuletzt nicht nachhaltig überwinden konnte. Der RSI hat sich zwar aus dem überverkauften Bereich erholt, signalisiert aber noch keinen neuen Aufwärtstrend. Auf Monatssicht steht ein Minus von 15,55 Prozent zu Buche, trotz eines Jahresgewinns von knapp 46 Prozent.
Die fehlende formelle Reaktion Teherans auf das US-Ultimatum macht das Wochenende zum Unsicherheitsfaktor. Sollte Iran das Moratorium für militärische Umgruppierungen nutzen, dürfte Gold als Krisenwährung zur Wocheneröffnung zulegen. Greifen hingegen diplomatische Kanäle über die EU oder Katar, könnten die eingepreisten Risikoprämien rasch abschmelzen — mit einem möglichen Kursrückgang in Richtung der 4.200-USD-Marke.
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