Der Freitag lieferte kein versöhnliches Ende. Der S&P 500 rutschte um 1,67 Prozent auf 6.368,85 Punkte ab und beendete damit die fünfte Verlustwoche in Folge — ein Zeichen, dass die Geduld der Anleger merklich schwindet. Der Iran-Krieg sitzt wie ein Stachel im Fleisch der Märkte, und es ist keine Linderung in Sicht.
Technologielastige Indizes trifft es noch härter. Der Nasdaq 100 fiel auf Wochensicht um 3,2 Prozent und befindet sich offiziell im Korrekturbereich, also mehr als zehn Prozent unterhalb seines jüngsten Rekordhochs. Der S&P 500 liegt inzwischen rund 7,2 Prozent unter seinem letzten Spitzenwert. Experten verweisen darauf, dass Korrekturen zwischen fünf und zehn Prozent historisch gesehen normal sind — die Geschwindigkeit des Abschwungs aber bereitet dennoch Unbehagen.
Das Kernproblem ist bekannt: Die Straße von Hormus bleibt für Tankerschiffe faktisch gesperrt. Durch diesen Engpass fließt rund ein Fünftel des weltweiten Öls — und die Unterbrechung trifft die globale Energieversorgung empfindlich. Brent-Rohöl kletterte zuletzt auf über 111 Dollar je Barrel, WTI auf knapp 98,50 Dollar. Seit Kriegsbeginn hat Brent rund 44 Prozent zugelegt.
Trump verlängerte am Donnerstag sein Ultimatum an Teheran abermals — diesmal bis zum 6. April. Angriffe auf iranische Energieanlagen sind damit vorerst vom Tisch, doch die Märkte lassen sich von dieser Atempause kaum beruhigen. Israel kündigte parallel eine Ausweitung seiner Angriffe im Iran an. Iranische paramilitärische Verbände sperrten drei Containerschiffe an der Hormus-Straße.
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Die Ölpreisexplosion hinterlässt ihre Spuren auch bei den Inflationserwartungen. Das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan sank im März auf den tiefsten Stand seit Dezember 2025, wobei besonders Haushalte mit mittlerem und höherem Einkommen ihre Stimmung deutlich eintrübten. Die Einjahres-Inflationserwartungen verzeichneten den stärksten monatlichen Anstieg seit April 2025.
Die Fed ließ die Zinsen zuletzt unverändert, deutete aber auf möglichen Inflationsdruck durch den Energieschock hin. Am Markt preisen Anleger inzwischen kaum noch Zinssenkungen für 2026 ein — stattdessen kursieren erste Überlegungen zu möglichen Zinserhöhungen. Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentierte zwischenzeitlich auf dem höchsten Stand seit Juli 2025.
Als wäre das nicht genug, teilte China mit, zwei Handelsuntersuchungen gegen die USA einzuleiten — kurz vor dem erwarteten Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi Jinping. Der ohnehin schwelende Handelsstreit zwischen beiden Ländern bekommt damit neue Nahrung und drückt zusätzlich auf die ohnehin angespannte Anlegerstimmung.
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Öl-Konzerne wie Exxon Mobil und Chevron profitieren von der Preisrally und stiegen um 2,6 beziehungsweise 1,8 Prozent. Für den breiten Markt überwiegen jedoch klar die Belastungen — und solange die Hormus-Straße gesperrt bleibt, dürfte das auch so bleiben.
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