Rekordgewinne, steigende Kursziele und ein Übernahmepoker, der am 20. Mai 2026 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht — die Commerzbank liefert gerade auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Gleich mehrere Analystenhäuser haben ihre Kursziele in den vergangenen Tagen nach oben angepasst. Die neuen Zielmarken reichen von 39 Euro bis zu 44 Euro — und liegen damit deutlich über dem gestrigen Schlusskurs von 31,63 Euro. Begründet werden die Anhebungen mit der nachhaltigen Ertragskraft des Instituts: konsequente Kostendisziplin, starke Präsenz im Mittelstandsgeschäft und eine Profitabilität, die sich auch im volatilen Zinsumfeld behauptet.
Das operative Fundament gibt diesen Einschätzungen Substanz. Für 2025 wies die Bank ein bereinigtes Nettoergebnis von rund 3 Milliarden Euro aus — ein Rekord. Für 2026 erwartet der Vorstand über 3,2 Milliarden Euro. Passend dazu soll die Dividende von 0,65 auf 1,10 Euro je Aktie steigen.
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Genau diese Zahlen nutzt das Management als Argument für die Eigenständigkeit — und das nicht ohne Kalkül. UniCredit hält mittlerweile knapp unter 30 Prozent und hat ein Tauschangebot in Aussicht gestellt. Bisher jedoch ohne nennenswerte Prämie zum Marktkurs, weshalb viele Aktionäre auf eine deutliche Nachbesserung warten oder auf eine eigenständige Zukunft setzen.
Die Hauptversammlung am 20. Mai wird zur Bühne dieser Auseinandersetzung. Ob UniCredit das Angebot bis dahin attraktiver gestaltet oder auf eine andere Strategie setzt, bleibt offen. Im Hintergrund bleibt zudem die Diskussion über eine mögliche Fusion mit der HypoVereinsbank — ein Szenario, das in politischen und gewerkschaftlichen Kreisen erhebliche Bedenken auslöst.
Charttechnisch notiert die Aktie mit einem RSI von 34 im überverkauften Bereich und rund 16 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 37,75 Euro. Ob die fundamentale Stärke ausreicht, um die Lücke zu den Analystenzielen zu schließen, hängt wesentlich davon ab, wie sich die Übernahmedynamik bis Mai entwickelt.
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