Haleon, der global tätige Konsumgesundheitskonzern, steigt auf die SAP Business Suite um — inklusive Cloud-ERP und eingebetteter KI. Für SAP ist das ein weiterer Beleg dafür, dass die Strategie rund um agentische KI bei Großkunden verfängt. Der Aktienkurs erzählt bislang eine andere Geschichte.
Der Haleon-Deal ist mehr als eine Vertragsverlängerung. Haleon plant, SAP-Software- und Drittanbieterdaten über die SAP Business Data Cloud zu bündeln und KI-Agenten einzusetzen, die Probleme eigenständig erkennen und Maßnahmen über Finanz-, Logistik- und Personalprozesse hinweg empfehlen sollen. Der Wechsel von Haleons bisheriger Plattform auf SAP ERP Central Component soll noch in diesem Jahr beginnen.
Gleichzeitig stellt CEO Christian Klein das gesamte Preismodell um. Ab Juli baut SAP sogenannte „Forward-Deployed Engineering"-Teams auf, die Entwickler und Berater direkt bei Kunden zusammenbringen. Der Hintergrund: Weil KI-Agenten zunehmend menschliche Arbeit übernehmen, verliert die nutzerbasierte SaaS-Abrechnung ihre Grundlage. SAP setzt künftig auf verbrauchsbasierte Preisgestaltung — eine strukturell bedeutsame Wette, deren Ausgang noch offen ist.
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Trotz positivem Newsflow steht die Aktie heute auf einem neuen 52-Wochen-Tief von 144,40 Euro — fast 47 Prozent unter dem Hoch von 271,60 Euro aus dem Juni 2025. Seit Jahresbeginn hat der Titel knapp 29 Prozent verloren. Marktbeobachter führen den anhaltenden Druck unter anderem auf Investorenbedenken zurück, dass KI das traditionelle SaaS-Modell strukturell entwerten könnte — genau jenes Modell, das SAP gerade umbaut.
25 von 29 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf oder Übergewichten, die Bank of America zählt SAP zu ihren Top-25-Picks für 2026. Der Konsens erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz von 40,6 Milliarden Euro, was einem Plus von rund 10 Prozent entspräche.
Ob das neue Preismodell bereits erste Spuren hinterlässt, zeigen die Quartalszahlen am 23. April — der erste echte Gradmesser für die Transformation.
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