Rüstungserfolge auf der einen Seite, eine Gewinnwarnung auf der anderen — Thyssenkrupp liefert dieser Tage ein klassisches Bild eines Konzerns im Umbau. Die Marine-Tochter TKMS sammelt Aufträge, während die Wasserstoffsparte Nucera die Prognose kassiert. Für die Aktie, die seit Jahresbeginn rund 16 Prozent verloren hat und knapp über ihrem 52-Wochen-Tief notiert, ist das kein einfaches Umfeld.
Der Bundestags-Haushaltsausschuss hat am 18. März den nächsten Schritt für vier U-Boot-Jagd-Fregatten vom Typ MEKO A-200 DEU gebilligt. Der ursprüngliche Vorvertrag wurde auf rund 250 Millionen Euro ausgeweitet; das erste Schiff soll bis Dezember 2029 geliefert werden — rechtzeitig für die NATO-Verpflichtungen Deutschlands.
Noch größer ist das Potenzial im kanadischen U-Boot-Programm. TKMS ist einer von zwei verbliebenen Bietern für zwölf konventionelle U-Boote. Die Vergabeentscheidung fällt zwischen Mai und Juni 2026, das Volumen beläuft sich auf bis zu 37 Milliarden Euro. Mit einem Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro und einer Bruttomarge von 17 Prozent ist die Marinesparte derzeit der stabilste Pfeiler des Konzerns.
Thyssenkrupp Nucera hat die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Statt eines ausgeglichenen Ergebnisses erwartet das Unternehmen nun einen operativen Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro. Ursache sind höhere Kosten für Nachbesserungsarbeiten an bereits ausgelieferten Modulen sowie die Auflösung eines US-Vertrags für eine 20-Megawatt-Pilotanlage — der Kunde sah keine ausreichende Rendite mehr.
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Gleichzeitig vermeldete Nucera einen strategisch bedeutsamen Auftrag: Der spanische Energieversorger Moeve beauftragte das Unternehmen mit der Lieferung von 300 MW Elektrolyse-Kapazität für das Projekt „Onuba" in Andalusien — das größte Vorhaben dieser Art in Südeuropa. Die Umsätze daraus fließen jedoch größtenteils erst im Geschäftsjahr 2026/27, was die verhaltene Marktreaktion erklärt.
Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres offenbarte die Tiefe der Herausforderungen. Der Konzernumsatz schrumpfte um acht Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT verbesserte sich zwar um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro — Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro bei Steel Europe drückten das Ergebnis aber auf einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro.
Mitte März sorgte zudem eine Pflichtmeldung für Unruhe: Der französische Asset-Manager Amundi senkte seinen Stimmrechtsanteil von 5,22 auf 4,92 Prozent, knapp unter die Meldeschwelle. Institutionelle Investoren werteten das als Vertrauensentzug gegenüber der Transformationsstrategie. Die Aktie verlor daraufhin an einem einzigen Tag bis zu zehn Prozent und markierte ein neues 52-Wochen-Tief.
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Am 12. Mai folgt der Halbjahresbericht — er soll Klarheit über den Stand der Verhandlungen zum Stahlverkauf an Jindal Steel & Power bringen. Berichten zufolge stockt der Deal wegen Forderungen nach weiteren Kostensenkungen. Parallel hängt die geplante Verselbstständigung der Handelstochter Materials Services davon ab, ob diese im laufenden Quartal eine verbesserte Performance zeigt. Ob Börsengang, Abspaltung oder Verkauf — die Entscheidung soll im Herbst 2026 fallen.
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