Starke operative Signale, schwacher Kurs — bei RENK klaffen Fundamentaldaten und Börsenentwicklung derzeit weit auseinander. Der Rüstungszulieferer hat eine Dividendenerhöhung um 38 Prozent angekündigt und treibt gleichzeitig den größten Kapazitätsausbau der Unternehmensgeschichte voran.
Zur Hauptversammlung am 10. Juni 2026 schlägt der Vorstand eine Dividende von 0,58 Euro je Aktie vor — nach 0,42 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote liegt bei 40,9 Prozent. Grundlage ist ein Geschäftsjahr 2025, in dem der Nettogewinn auf 101 Millionen Euro nahezu verdoppelt wurde.
Gestützt wird das durch einen Auftragsbestand auf Allzeithoch: 6,68 Milliarden Euro, bei einem Auftragseingang von 1,57 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro.
Parallel zur Ausschüttung läuft der Kapazitätsausbau auf Hochtouren. Am Stammwerk in Augsburg soll die Getriebeproduktion von zuletzt 200 bis 300 Einheiten pro Jahr auf rund 800 bis Ende 2026 steigen. CEO Alexander Sagel kündigte zudem Service- und Montagekapazitäten in Polen an — zunächst für Wartung, später auch Fertigung, um Kunden in der Ukraine und den baltischen Staaten schneller bedienen zu können.
In Nordamerika sind rund 150 Millionen US-Dollar für den Ausbau des Werks in Michigan bis 2030 vorgesehen. Erste Erfolge zeigen sich bereits: Die US-Tochter hat Wartungs- und Ersatzteilverträge im Wert von über 50 Millionen US-Dollar gesichert. Insgesamt plant RENK Investitionen von bis zu 500 Millionen Euro in den nächsten vier bis fünf Jahren.
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An der Börse spiegelt sich das bislang kaum wider. Die Aktie verlor zuletzt rund 15 Prozent innerhalb von 30 Tagen und notiert mit etwa 52 Euro deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 88,73 Euro. Der Konsens von 14 Analysten — darunter J.P. Morgan, Goldman Sachs und Deutsche Bank — sieht das durchschnittliche Kursziel bei 68,46 Euro, mit einer Spanne von 53 bis 76 Euro.
Bemerkenswert: CFO Anja Mänz-Siebje kaufte nach dem jüngsten Kursrückgang persönlich Aktien des Unternehmens.
Am 6. Mai 2026 veröffentlicht RENK den Q1-Bericht. Entscheidend wird sein, wie schnell der Rekordauftragsbestand in Umsatz und Cashflow überführt wird — und ob Exportgenehmigungen den Zeitplan nicht verzögern. Bis 2030 sollen rund 90 Prozent des Gesamtumsatzes aus dem Verteidigungssektor kommen.
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