Der Drohnenhersteller Red Cat Holdings hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ein massives Umsatzwachstum erzielt und sogar das konkrete Interesse des ukrainischen Militärs geweckt. Eigentlich sind das Nachrichten, die Investoren jubeln lassen. Stattdessen schicken Anleger das Papier nach der jüngsten Bilanzvorlage auf Talfahrt. Der Grund dafür liegt in einer entscheidenden Lücke im Quartalsbericht.
Die nackten Zahlen lesen sich zunächst beeindruckend. Im Gesamtjahr 2025 kletterten die Erlöse um 161 Prozent auf 40,7 Millionen US-Dollar. Die Börse straft den Titel dennoch ab, was sich am Freitag in einem deutlichen Kursrutsch von knapp elf Prozent auf 11,70 Euro entlud. Verantwortlich für die miese Stimmung ist das komplette Fehlen eines Ausblicks. Das Management weigert sich, Umsatzziele für 2026 zu nennen, solange keine festen Regierungsaufträge unterschrieben sind. Analysten hatten im Vorfeld fest mit einer Prognose von rund 143 Millionen US-Dollar gerechnet. Dieses Vakuum sorgt nun für erhebliche Verunsicherung.
Dabei mangelt es operativ nicht an Fantasie. Red Cat bestätigte eine offizielle Anfrage der ukrainischen Streitkräfte für seine Black-Widow-Drohnen. Parallel dazu verzeichnet das Unternehmen wachsendes Interesse aus dem Nahen Osten und expandiert in die maritime Kriegsführung. Eine neue Fabrik in Georgia soll im laufenden Jahr bereits über 100 unbemannte Überwasserschiffe produzieren.
Um diesen Produktionshochlauf zu finanzieren, sitzt der Konzern auf einem komfortablen Polster. Die Barreserven stiegen bis Ende 2025 von 9,2 Millionen auf satte 167,9 Millionen US-Dollar an. Gleichzeitig wuchs die gesamte Produktionsfläche über alle Unternehmenssparten hinweg auf 254.000 Quadratfuß.
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Der aktuelle Kursrücksetzer befeuert eine intensive Debatte über die fundamentale Bewertung des Unternehmens. Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von acht ist die Aktie fast dreimal so teuer wie direkte Konkurrenten aus dem Rüstungssektor. Um diese Prämie zu rechtfertigen, muss Red Cat in den kommenden Jahren ein enormes Wachstum hinlegen und den Sprung aus der Verlustzone in die Profitabilität schaffen.
Das Management verweist auf das gewaltige Potenzial des sogenannten Drone Dominance Programms, das die Beschaffung von bis zu 350.000 FPV-Drohnen vorsieht. Solange diese Marktchancen jedoch nicht in verbindliche Verträge und eine offizielle Finanzprognose gegossen werden, fehlt der Aktie der nötige Treibstoff für eine nachhaltige Erholung.
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