Der Erweiterte Bewertungsausschuss senkt die Vergütung für psychotherapeutische Leistungen zum 1. April. Die Entscheidung löst massive Proteste und Warnungen vor einer Verschlechterung der Patientenversorgung aus.
Ab kommendem Monat werden die Honorare für Gespräche, Erstgespräche und Akutbehandlungen pauschal um 4,5 Prozent gekürzt. Die gesetzlichen Krankenkassen hatten sogar eine Absenkung um zehn Prozent gefordert. Sie argumentieren, die Vergütungen seien seit 2013 überproportional gestiegen.
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Als Ausgleich erhöht das Gremium die sogenannten Strukturzuschläge um 14,25 Prozent. Diese sollen gestiegene Personalkosten abfedern. Doch laut Bundespsychotherapeutenkammer reicht das nicht: Selbst bei vollem Zuschlag verlieren Praxen netto rund 2,8 Prozent. Zudem profitieren längst nicht alle Therapeuten von den Zusatzleistungen.
Die Reaktionen der Fachverbände fallen heftig aus. KBV-Chef Andreas Gassen spricht von einem Paradox: Ausgerechnet im vergleichsweise günstigen Psychotherapie-Bereich solle gespart werden. BPtK-Präsidentin Andrea Benecke kritisiert die "Kürzungspolitik nach dem Rasenmäherprinzip".
Der Unmut geht auf die Straße. Erst am Donnerstag demonstrierten Hunderte vor dem Düsseldorfer Landtag. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg unterstützt eine geplante Klage gegen die Kürzung. Online-Petitionen sammelten bereits über 130.000 Unterschriften.
Die größten Folgen treffen die Patienten. Bereits jetzt warten Hilfesuchende im Schnitt hundert Tage auf einen Therapiebeginn. Experten warnen vor einer Verschärfung der Engpässe.
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Wenn die Arbeit mit Kassenpatienten unattraktiver wird, könnten immer mehr Therapeuten ihre Zulassung abgeben. Eine Alternative: der Wechsel in den Coaching-Bereich oder die Fokussierung auf Privatpatienten. Für gesetzlich Versicherte würde die Suche dann noch schwieriger.
Die Einsparungen für die Kassen sind minimal – sie entlasten den Gesamthaushalt nur um schätzungsweise 0,05 Prozent. Die Folgekosten unbehandelter Erkrankungen durch Arbeitsausfälle oder Frühverrentungen dürften um ein Vielfaches höher liegen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung will gegen den Beschluss klagen. Bis zu einer gerichtlichen Entscheidung tritt die Kürzung aber voraussichtlich in Kraft.
Auch die Politik reagiert. Gesundheitspolitische Sprecher, etwa der Linken in NRW, fordern eine sofortige Rücknahme. Sie verweisen auf steigende Fallzahlen psychischer Erkrankungen.
Die Debatte zeigt den Grundkonflikt: Die finanziellen Nöte der Krankenkassen kollidieren mit einem wachsenden Bedarf an psychologischer Hilfe. Wie löst man das, ohne Patienten im Stich zu lassen?
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