Anavex Life Sciences meldet einen wissenschaftlichen Fortschritt bei der Erforschung von Alzheimer. Eine neue, im Fachjournal PNAS Nexus veröffentlichte Studie stützt den Wirkmechanismus des Hoffnungsträgers Blarcamesin. Die Forscher identifizieren dabei eine gestörte Zellreinigung als entscheidenden frühen Treiber der Erkrankung, was die Strategie des Biotech-Unternehmens untermauert.
Die Untersuchung der University of California schlägt eine vereinheitlichte Theorie zur Ursache von Alzheimer vor. Demnach führt eine Fehlfunktion der Autophagie – dem natürlichen Entsorgungsprozess der Zelle – zu einem gefährlichen Anstieg von Amyloid-Beta im Zellinneren. Dieser Prozess beginnt laut der Studie bereits lange bevor die typischen Ablagerungen im Gehirn für herkömmliche Diagnoseverfahren sichtbar werden.
Hier setzt der Wirkstoff Blarcamesin an. Das Medikament zielt auf den SIGMAR1-Signalweg ab, um die zelluläre Reinigung wieder zu aktivieren und das Gleichgewicht in den Nervenzellen zu stabilisieren. Anavex positioniert den Wirkstoff damit als frühzeitige Behandlungsoption, die im Gegensatz zu vielen bestehenden Therapien bereits an den Ursachen der pathologischen Kaskade ansetzt.
Parallel zur wissenschaftlichen Bestätigung lieferte das Unternehmen aktuelle Quartalszahlen. Mit einem Verlust je Aktie von 0,06 US-Dollar schnitt Anavex deutlich besser ab als die von Analysten erwarteten minus 0,12 US-Dollar. Die liquiden Mittel in Höhe von rund 132 Millionen US-Dollar sichern die klinische Entwicklung laut Management für mehr als drei Jahre ab.
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Anleger reagierten positiv auf die Nachrichtenlage. Die Aktie legte heute um rund 8 Prozent auf 3,90 Euro zu, womit sie sich weiter von ihrem 52-Wochen-Tief bei 2,66 Euro entfernt. Das Unternehmen nutzt die Kapitalreserven, um Blarcamesin neben Alzheimer auch für Parkinson und das Rett-Syndrom zu testen.
Die klinische Pipeline bleibt breit gefächert, wobei derzeit auch Studien zur Behandlung von Schizophrenie laufen. Anleger blicken nun auf die kommenden Datenpunkte aus den fortgeschrittenen Phase-2-Tests der verschiedenen Indikationen.
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