SoftBank hat rund 85 Prozent des zuletzt von OpenAI eingesammelten Kapitals bereitgestellt – und genau diese Konzentration bringt den Konzern nun unter erheblichen Druck. Eine Herabstufung durch Jefferies, steigende Kreditrisikoprämien und ein negativer Ausblick von S&P Global werfen grundlegende Fragen über die finanzielle Stabilität des japanischen Technologieinvestors auf.
Jefferies stufte SoftBank auf „Underperform" herab und senkte das Kursziel drastisch von 5.118 auf 3.140 Yen – eine der pessimistischsten Einschätzungen eines großen Brokerhauses seit Jahren. Der Kern der Kritik: SoftBank's ausgewiesener Nettoinventarwert könnte die tatsächliche Qualität der OpenAI-Beteiligung nicht korrekt widerspiegeln.
Jefferies argumentiert, dass SoftBank durch seine dominante Rolle in mehreren Finanzierungsrunden die OpenAI-Bewertung von 150 Milliarden auf zuletzt bis zu 840 Milliarden Dollar mitgetrieben hat – was wiederum den eigenen Buchwert nach oben zog. Ein Kreislauf, der die Bewertungstransparenz trübt.
Hinzu kommen verflochtene Zahlungsströme: SoftBank zahlt OpenAI jährlich rund 3 Milliarden Dollar für Dienste in Japan und überweist etwa 200 Millionen Dollar an Arm Holdings – was laut Jefferies rund 16 Prozent von Arms Quartalsumsatz entspricht. Diese konzerninternen Abhängigkeiten erschweren eine klare Einschätzung der tatsächlichen Ertragslage.
OpenAIs eigene Finanzen verstärken die Bedenken. Jefferies verweist auf Berichte, wonach das Unternehmen im dritten Quartal 2025 rund 12 Milliarden Dollar Verlust machte – hochgerechnet ein jährlicher Cash-Burn von über 50 Milliarden Dollar. Angesichts dieser Zahlen soll OpenAI Werbung als zusätzliche Einnahmequelle prüfen. Gleichzeitig gewinnen Konkurrenten wie Googles Gemini, Anthropics Claude und xAIs Grok an Boden, während Enterprise-Kunden zunehmend zu Anthropic wechseln.
Die Finanzierungsstrategie von SoftBank selbst sorgt für Aufmerksamkeit: Der Konzern strebt einen Überbrückungskredit von bis zu 40 Milliarden Dollar an – die größte rein dollardenominierte Kreditaufnahme seiner Geschichte, mit einer Laufzeit von zwölf Monaten und JPMorgan Chase als einem der vier Konsortialbanken.
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Die Reaktion der Kreditmärkte fiel deutlich aus. SoftBanks fünfjährige Credit Default Swaps weiteten sich auf rund 380 Basispunkte aus – der höchste Stand seit August 2025 und die breiteste Risikoprämie unter japanischen Großkonzernen. S&P Global revidierte den Ausblick auf negativ, nachdem SoftBank zusätzliche 30 Milliarden Dollar in OpenAI investiert hatte. Die Aktie fiel zeitweise um bis zu 12,5 Prozent.
Nicht alle Analysten teilen den pessimistischen Blick. Cantor Fitzgerald bestätigte am 16. März 2026 sein Kaufvotum für SoftBank – nur wenige Tage nach der Jefferies-Herabstufung. Das unterstreicht, wie gespalten die Einschätzungen derzeit sind.
Einen konkreten Erfolg lieferte der Börsengang von PayPay: Die japanische Zahlungsplattform debütierte in New York mit einem Volumen von 880 Millionen Dollar, die American Depositary Receipts stiegen am ersten Handelstag um 14 Prozent auf 18,16 Dollar – über dem Ausgabepreis von 16 Dollar. Das bewertet PayPay mit 12,1 Milliarden Dollar und markiert den größten US-Börsengang eines japanischen Unternehmens seit einem Jahrzehnt. SoftBank und seine Telekommunikationstochter halten gemeinsam die Mehrheit an PayPay.
Jefferies selbst benennt die Bedingungen für eine Neubewertung: Ein OpenAI-Börsengang zu einer höheren Bewertung als in den letzten privaten Finanzierungsrunden oder ein signifikanter Kapitalzufluss von externen Investoren könnten die Perspektive verändern. SoftBank hält nach einer Gesamtinvestition von 41 Milliarden Dollar rund elf Prozent an OpenAI – eine der größten privaten Technologiefinanzierungen der Geschichte. Ob sich diese Position als tragfähig erweist, hängt davon ab, ob OpenAI seinen Cash-Burn senken und seine Technologie profitabel vermarkten kann – beides steht derzeit auf dem Prüfstand.
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