Während neue Schadstoff-Grenzwerte für Aufregung sorgen, rückt ein alter Bekannter in den Fokus: der Kalk im Leitungswasser. Viele Verbraucher fragen sich, ob hartes Wasser der Gesundheit schadet. Die aktuelle wissenschaftliche Lage gibt jedoch Entwarnung – und zeigt sogar Vorteile auf.
Seit Januar gelten strengere Grenzwerte für PFAS, die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, im Trinkwasser. Diese Regulierung unterstreicht den Schutz vor menschengemachten Verunreinigungen. Parallel bleibt die Verunsicherung bei einem natürlichen Bestandteil bestehen: Kalk. Doch die Fakten sind klar.
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„Hart“ wird Wasser genannt, das viel Kalzium und Magnesium enthält. Diese Mineralstoffe stammen aus Gesteinsschichten, durch die das Regenwasser sickert. Der Härtegrad variiert daher regional stark. In Wasserwerken werden Verunreinigungen entfernt, die wertvollen Mineralien bleiben jedoch erhalten.
Die größte Sorge ist die vermeintliche „innere Verkalkung“ der Arterien. Experten stellen klar: Dieser Mythos ist unbegründet. Die Mineralien Kalzium und Magnesium haben keinen Einfluss auf Gefäßablagerungen. Ursachen für Arteriosklerose sind andere Faktoren wie Ernährung oder Bewegungsmangel. Hartes Leitungswasser zu trinken ist gesundheitlich unbedenklich.
Hartes Wasser kann sogar einen Beitrag zur Gesundheit leisten. Kalzium und Magnesium sind essenzielle Nährstoffe für Knochen, Muskeln und Nerven. Studien zeigen, dass der Körper die Mineralien aus Wasser gut aufnehmen kann. Eine schwedische Langzeitstudie deutete sogar auf ein geringeres Schlaganfallrisiko bei Frauen durch magnesiumreiches Wasser hin.
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Die praktischen Nachteile von hartem Wasser sind jedoch real. Kalkablagerungen an Armaturen und in Haushaltsgeräten sind lästig, können den Energieverbrauch erhöhen und Geräte schädigen. Auch der Geschmack von Tee oder Kaffee kann beeinträchtigt werden. Zudem gibt es Hinweise, dass hartes Wasser trockene Haut begünstigen kann.
Die aktuelle Debatte zeigt: Die wahren Herausforderungen für unser Trinkwasser sind industrielle Schadstoffe wie PFAS, Mikroplastik und die Folgen des Klimawandels. Der natürliche Kalkgehalt stellt im Vergleich dazu kein Gesundheitsrisiko dar. Verbraucher können beruhigt zum Wasserhahn greifen – und profitieren vielleicht sogar von einem Extra an Mineralstoffen.
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