arGEN-X meldet heute für das vierte Quartal 2025 einen Gewinn je Aktie von 8,02 Dollar – deutlich über den erwarteten 5,95 Dollar. Der Umsatz lag mit 1,29 Milliarden Dollar knapp über der Prognose von 1,28 Milliarden Dollar. Trotz der starken Zahlen gab die Aktie im vorbörslichen Handel um 3,1 Prozent auf 791,64 Dollar nach.
Bemerkenswert: Das belgische Biotech-Unternehmen erreichte 2025 erstmals in seiner Geschichte die Gewinnzone. Der operative Gewinn belief sich im vierten Quartal auf 368 Millionen Dollar, für das Gesamtjahr auf 1,1 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn summierte sich auf 533 Millionen Dollar im Schlussquartal und 1,29 Milliarden Dollar im Gesamtjahr.
Das Flaggschiff-Medikament Vyvgart hat sich zum Umsatztreiber entwickelt. Das Franchise erzielt inzwischen mehr als fünf Milliarden Dollar Jahresumsatz – hauptsächlich in den Indikationen Myasthenia gravis und chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP). Die Analysten von Stifel halten die Konsensprognose von 5,7 Milliarden Dollar für konservativ.
Der US-Markt steuerte 1,09 Milliarden Dollar zum Quartalsumsatz bei – ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 84,6 Prozent des gesamten Produktumsatzes. Japan wuchs um 134 Prozent auf 63 Millionen Dollar, der Rest der Welt um 108 Prozent auf 110 Millionen Dollar.
Die Fertigspritze von Vyvgart ist mittlerweile das am häufigsten verschriebene Biologikum bei Myasthenia gravis. 70 Prozent der neuen Patienten wechselten direkt von oralen Therapien – ein Zeichen für die frühere Behandlungslinie. In CIDP erreichte das Unternehmen bereits im dritten Quartal 2025 Blockbuster-Status mit mehr als 4.700 verschreibenden Ärzten in den USA.
Die Phase-3-Studie ADAPT-OCULUS zur okularen Myasthenia gravis erreichte ihren primären Endpunkt mit statistischer Signifikanz. Der Unterschied zum Placebo betrug 2,05 Punkte auf der MGII-PRO-Skala bei unverändertem Sicherheitsprofil. Am 10. Mai 2026 steht die Zulassungsentscheidung für seronegative Myasthenia gravis an.
arGEN-X plant, seine US-Patientenzahl bei Myasthenia gravis von 17.000 bei Markteinführung auf 60.000 bis 2030 auszubauen. Darin enthalten sind etwa 11.000 seronegative Patienten, 7.000 mit okulärer Form und 25.000 durch höheren Marktanteil. In CIDP soll die adressierbare Patientenzahl von derzeit 12.000 auf die gesamte diagnostizierte Population von 42.000 wachsen.
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In den kommenden 24 Monaten stehen sechs registrierungsrelevante Studienergebnisse an. Für Efgartigimod sind das Myositis (drittes Quartal 2026), Immunthrombozytopenie (viertes Quartal 2026) und Sjögren-Syndrom (zweite Jahreshälfte 2027). Empasiprubart wird in der multifokalen motorischen Neuropathie (viertes Quartal 2026) und CIDP (zweite Jahreshälfte 2027) geprüft.
Stifel senkte das Kursziel von 1.248 auf 1.227 Dollar, bekräftigte aber die Kaufempfehlung. Die Bank verweist auf den frühen Wettbewerbsvorteil in CIDP und die konservativen Konsensschätzungen. Die Analystenprognosen für 2026 liegen im Schnitt bei 5,93 Milliarden Dollar Umsatz.
Das Unternehmen behandelte 2025 weltweit etwa 19.000 Patienten und hat zehn registrierungsrelevante Studien laufen. Bis 2030 strebt arGEN-X 50.000 behandelte Patienten, zehn zugelassene Indikationen und fünf neue Moleküle in Phase 3 an. Die Pipeline umfasst derzeit 25 aktive Programme in verschiedenen Entwicklungsstadien.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 34,5 und einer Marktkapitalisierung von 47 Milliarden Dollar handelt die Aktie deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 934,62 Dollar, aber weit über dem Tief von 510,06 Dollar. Die Gewinnrevision fiel überwiegend positiv aus: Sieben Analysten erhöhten ihre Schätzungen, sechs senkten sie.
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