Der Iran-Krieg hält die Märkte fest im Griff — und gestern zeigte sich einmal mehr, wie nervös das Umfeld geworden ist. Nach dem wilden Ritt vom Montag, als der DAX zunächst auf unter 22.000 Punkte abrutschte und dann binnen Minuten mehr als 1.200 Punkte aufholte, folgte heute eine ernüchternde Erkenntnis: Die Euphorie war kurzlebig.
Am Ende schloss der Index kaum verändert bei 22.637 Punkten — ein minimales Minus von 0,07 Prozent. Klingt harmlos. Der Weg dorthin war alles andere als das.
Der Auslöser für die gestrige Achterbahn war ein Post von US-Präsident Trump auf seiner Plattform Truth Social, der Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende im Iran schürte. Heute stellte sich heraus: Teheran bestätigte bisher weder die angeblichen Verhandlungen noch das angekündigte Telefonat für kommenden Montag. Was bleibt, ist ein großes Fragezeichen.
Erschwerend kommt hinzu, dass Gerüchte über möglichen Insiderhandel rund um Trumps Post kursieren. Eine kleine Gruppe soll vor der marktbewegenden Nachricht positioniert gewesen sein — während der Rest der Anleger im Dunkeln tappte. Kein Wunder, dass viele Investoren lieber an der Seitenlinie warten.
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Zu all dem: Der Ölpreis bleibt hartnäckig über der 100-Dollar-Marke. Ein Barrel Brent kostete heute zeitweise fast 104 Dollar — rund 3,7 Prozent mehr als am Vortag. Hohe Energiepreise befeuern die Inflationssorgen, treiben die US-Renditen nach oben und dämpfen die Konjunkturerwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks.
Der Abstand zum Rekordstand vom 13. Januar — damals markierte der DAX bei 25.507 Punkten ein historisches Allzeithoch — beträgt inzwischen mehr als 2.800 Punkte. Solange der Iran-Konflikt schwelt und der Ölpreis nicht nachhaltig nachgibt, dürfte eine Rückkehr in diese Regionen illusorisch bleiben.
Zusätzlich belasten hausgemachte Faktoren: Im Private-Equity-Segment schränken immer mehr große Häuser die Auszahlung von Anlagegeldern ein — ein Warnsignal für potenzielle Spannungen am Kreditmarkt. Der private Konsum in den USA könnte als nächstes unter Druck geraten, wenn steigende Energie- und Lebenshaltungskosten die Haushaltskassen belasten.
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Brenntag und BASF gehörten heute zu den wenigen hellen Flecken im DAX. Am anderen Ende rangierten Scout24 und SAP. Der Gaspreis gab deutlich nach und fiel um fünf Prozent auf 54 Euro je Megawattstunde — ein kleiner Lichtblick, der im aktuellen Umfeld aber kaum ins Gewicht fällt.
Ob Trumps sogenannter „TACO-Trade" — die Erwartung, dass der Präsident bei seinen Drohungen stets zurückrudert — diesmal aufgeht, bleibt offen. Charttechnisch sucht der DAX nach einem belastbaren Boden. Gefunden hat er ihn noch nicht.
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