Umsatz plus 13 Prozent, Reingewinn nahezu verdoppelt auf 100,7 Millionen Franken — und trotzdem reagierten Anleger nach den Jahreszahlen vom 18. März mit Verkäufen. Der Grund liegt tiefer als die Gewinn-und-Verlust-Rechnung vermuten lässt.
Das eigentliche Problem ist der freie Cashflow: Mit minus 588,4 Millionen Franken brach er massiv ein. Die Nettoliquidität drehte von plus 368 Millionen Franken im Vorjahr auf minus 275,5 Millionen Franken. Als Hauptursache nennt Stadler Rail die Nachwirkungen der Unwetterkatastrophe in Valencia vom Oktober 2024, die Lieferketten erheblich störte. Das Unternehmen rechnet damit, dass diese Effekte die Bilanz noch bis 2027 belasten werden.
Hinzu kommen operative Baustellen: 25 Trams des Modells TINA müssen bis Ende 2026 auf Kosten des Unternehmens wegen Lärm- und Vibrationsproblemen nachgerüstet werden — wobei erste technische Korrekturen bereits eine Reduktion der Schwingstärke um bis zu 51 Prozent erzielten. Schwerwiegender ist die Lage in Mailand, wo Ende Februar eine Stadler-Tram entgleiste, zwei Menschen starben und Dutzende verletzt wurden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.
Dem steht ein Auftragsbestand von über 32,3 Milliarden Franken gegenüber — ein neuer Rekordwert. Allein 2025 kamen rund 6,1 Milliarden Franken an neuen Aufträgen hinzu, darunter 132 Stadtbahnen für die Kölner Verkehrs-Betriebe im Wert von rund 700 Millionen Euro. Diese Auftragspipeline gibt dem Umsatzausblick eine solide Basis: Für 2026 erwartet Stadler Rail einen Umsatz von deutlich über 5 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge von über 5 Prozent — nach 4,4 Prozent im abgelaufenen Jahr.
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Die Aktie notiert mit einem RSI von rund 37 im überverkauften Bereich und liegt rund 14 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Am 5. Mai findet die Generalversammlung in Zürich statt, auf der über eine Dividende von 0,50 Franken je Aktie abgestimmt wird — ein weiterer Termin, den Anleger im Blick haben sollten.
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