Donnerstag Euphorie, Freitag Ernüchterung. Bloom Energy erlebte in der vergangenen Handelswoche eine scharfe Richtungsumkehr: Nach einem Kurssprung von über 6% am Donnerstag, ausgelöst durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten, verlor die Aktie am Freitag knapp 10% — und das innerhalb einer einzigen Sitzung mit einer Handelsspanne von über 14%.
Raketeangriffe auf Öl- und Gasanlagen im Nahen Osten hatten Anleger kurzfristig in alternative Energieunternehmen getrieben. Bloom Energy profitierte davon als Anbieter von Brennstoffzellentechnologie — die Logik: steigende Energiepreise und Versorgungsunsicherheit machen dezentrale Stromquellen attraktiver.
Allerdings zeigte der Freitagsabverkauf, wie fragil diese Nachrichtenlage als Kursstütze ist. Zusätzlichen Druck erzeugte die Meldung, dass Oracle und OpenAI ein geplantes KI-Rechenzentrum in Texas gestrichen haben — ein Rückschlag für Bloom Energys Ambitionen im Infrastrukturgeschäft.
Abseits der kurzfristigen Schwankungen liefert das Unternehmen solide Fundamentaldaten. Der Umsatz stieg 2025 um 37,3% auf 2,02 Milliarden Dollar. Für 2026 prognostiziert Bloom Energy Erlöse zwischen 3,1 und 3,3 Milliarden Dollar bei einer Non-GAAP-Bruttomarge von 32% und einem operativen Ergebnis von 425 bis 475 Millionen Dollar.
Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 20 Milliarden Dollar, der Produktrückstand auf etwa 6 Milliarden — ein Wachstum von rund 150% gegenüber dem Vorjahr. Um die Nachfrage zu bedienen, plant das Unternehmen, seine Fertigungskapazität bis Ende 2026 von 1 auf 2 Gigawatt zu verdoppeln.
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Baird bekräftigte sein Outperform-Rating mit einem Kursziel von 172 Dollar und sieht das aktuelle Niveau als Kaufgelegenheit. Citigroup hingegen startete die Coverage Ende Februar mit einer neutralen Einschätzung. Analysten der Bank of America mahnen zur Vorsicht: Das Brookfield-Finanzierungsrahmenwerk über bis zu 5 Milliarden Dollar stecke noch in frühen Phasen, und die aktuelle Bewertung lasse wenig Spielraum nach oben.
Seit dem 52-Wochen-Hoch Ende Februar hat die Aktie rund 14% verloren — trotz eines RSI von über 90, der auf eine technisch überkaufte Lage hindeutet.
Am 29. April legt Bloom Energy die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob der geplante Kapazitätsausbau mit dem wachsenden Auftragsbestand Schritt hält — und ob die Margenprognosen trotz möglicher Lieferkettenbelastungen bei Aluminium Bestand haben.
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