Die Wiener Börse hat den Handel am Freitag mit klaren Abschlägen beendet, der ATX endete mit einem Rückgang von 1,3%. Nachdem der Leitindex lange eher um die Nulllinie tendiert hatte, setzte am frühen Nachmittag mit dem dreifachen Verfallstag an den Terminbörsen ein starker Rückgang ein, der nur teilweise wieder wettgemacht werden konnte. Neben den Sorgen um die steigenden Anleiherenditen belastete auch die stetig zunehmende Zahl von Corona-Neuinfektionen die Stimmung, zusätzlich wurde der zuletzt drastische Rückgang bei den Ölpreisen zunehmend als Warnsignal interpretiert, dass die jüngste Entwicklung der Aktienmärkte viel optimistischer ausfiel als es die tatsächliche Entwicklung der Wirtschaft eigentlich ist. Dieser Rückgang hatte auch Auswirkungen auf die Ölwerte, Schoeller-Bleckmann wurde besonders getroffen und musste mit einem Minus von 4,0% schliessen, auch die OMV verzeichnete einen Rückgang von 1,3%, hier kam noch erschwerend hinzu, dass Raiffeisen Research die Einstufung für den Konzern von „Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen und das Kursziel mit 46,0 Euro festgelegt hat. Auch die Bankentitel konnten der europaweiten Schwäche nur wenig entgegensetzen, die Bawag musste um 2,1% nachgeben, die Erste Group fiel um 0,9%, die Raiffeisen schloss 1,5% schwächer, obwohl die Deutsche Bank ihr Kursziel für das Finanzinstitut von 17,0 Euro auf 19,0 Euro angehoben und die Anlageempfehlung „Hold“ bestätigt hat. Auch zur kleineren Addiko-Bank gab es eine Meinung von Analysten, Goldman Sachs hat das Kursziel von 14,8 Euro auf 14,9 Euro angehoben und die Kaufempfehlung wiederholt, dennoch musste die Aktie im Gleichklang mit den großen Branchenkollegen um 2,6% schwächer schliessen. Von der Erholung des Versorgersektors in Europa konnte vor allem EVN profitieren und war mit einem Plus von 3,6% Spitzenreiter des Handels zum Wochenausklang, der Verbund konnte von dieser Entwicklung nicht profitieren und verbilligte sich am Freitag um 2,5%. Die Österreichische Post war ebenfalls gesucht, teilweise auf Grund der guten Ergebnisse des US-Logistikunternehmens Fedex, und erzielte einen Anstieg von 1,5%. Auch Marinomed konnte dem rückläufigen Markttrend Paroli bieten, das Biotechnologieunternehmen erzielte einen Anstieg von 0,7%, die S Immo konnte in demselben Ausmaß zulegen. Der Gummikonzern Semperit legte nach den guten Zuwächsen eine leichte Verschnaufpause ein, verzeichnete aber immerhin noch ein kleines Plus von 0,4%. Am stärksten unter Druck geriet die Vienna Insurance Group, die mit einem Minus von 4,2% in das Wochenende gehen musste. Am Mittwoch wird CA Immo die Ergebnisse präsentieren.
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