Aus den Morning News der Wiener Privatbank: "Angesichts des neuen Optimismus über Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat sich der ATX am Freitag wieder bis auf wenige Punkte an das zwei Tage zuvor erreichte Rekordhoch herangewagt. Zum Handelsende lag der österreichische Index 1,76 Prozent höher auf 6.148,87 Punkten. Auf Wochensicht fuhr der ATX ein Plus von 2,8 Prozent ein. Die Mai-Bilanz fällt mit einem Zuwachs von gut sechs Prozent noch besser aus. Für den ATX Prime ging es zum Wochenausklang um 1,74 Prozent auf 3.039,39 Zähler hinauf. Im europäischen Umfeld verzeichneten die Aktienmärkte moderate Gewinne. Die Ölpreise gaben im Gegensatz dazu nach. Die Vereinigten Staaten und der Iran nähern sich nach US-Angaben einer Einigung auf eine Verlängerung der Waffenruhe und weitere Verhandlungen. Bezüglich einer Absichtserklärung seien viele Fortschritte gemacht worden, es werde aber noch an einigen Punkten gearbeitet, sagte US-Vizepräsident JD Vance. Ob allerdings Präsident Donald Trump zustimmen wird, sei offen. Aus Teheran hieß es, eine vorläufige Einigung sei bisher nicht ausformuliert und dementsprechend auch nicht bestätigt. Inflationsdaten aus der Eurozone fielen gemischt aus. In Deutschland kam es dank der benzinpreisdämpfenden Effekte des Tankrabatts zu einer rückläufigen Teuerung im Mai. In Frankreich, Italien und Spanien verstärkte sich der Preisdruck hingegen. Für gute Stimmung könnte auch die Aussicht auf eine Freigabe von EU-Fördergeldern für Ungarn gesorgt haben. Viele österreichische Unternehmen sind stark in dem zuletzt wirtschaftlich schwächelnden EU-Land engagiert. Nun will die Europäische Kommission festgesetzte EU-Mittel in Höhe von bis zu 16,4 Milliarden Euro für das Land freigeben. Der Großteil des Geldes solle fließen, wenn von Ungarn beschlossene Reformen und Investitionen umgesetzt seien, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag nach einem Treffen mit dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten Peter Magyar in Brüssel.
Unternehmensseitig standen in Wien vor dem Wochenende noch Uniqa und CPI Europe mit Zahlenvorlagen im Fokus. Anteilscheine von Uniqa verzeichneten einen Zuwachs von 4,9 Prozent. Der Versicherer steigerte Umsatz und Gewinn, wobei die verrechneten Prämien um 14 Prozent zulegten. Den Jahresausblick bestätigte das Unternehmen. Analysten bezeichneten das Zahlenwerk in einer ersten Reaktion als "solide" und verwiesen mit Blick auf das starke Prämienwachstum auf das saisonal starke Rückversicherungssegment. CPI-Aktien stiegen um 5,4 Prozent. Der Immobilienkonzern hat im ersten Quartal das Konzernergebnis - nicht zuletzt aufgrund von Bewertungen - mehr als verdoppelt. Das Ergebnis stieg auf 105,5 Millionen Euro, nach 47,5 Millionen im Vorjahreszeitraum. Unter den weiteren ATX-Werten waren zum Wochenschluss insbesondere konjunktursensible Werte aus den Sektoren Bau und Banken gefragt. Bawag und Erste Group legten jeweils um gut zwei Prozent zu, RBI gewannen sogar 4,4 Prozent. An die ATX-Spitze kletterte Porr mit plus 5,9 Prozent. DO&CO stieg angesichts der Entspannungssignale im Nahen Osten um 4,4 Prozent. VIG gewann nach der negativen Reaktion auf Zahlen vom Vortag 3,4 Prozent. AT&S erreichten im Verlauf erneut ein Rekordhoch, brachten aber nur ein Plus von 0,6 Prozent über die Ziellinie."
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