Digitale Gedächtnistrainings-Apps werden zum Schlüssel gegen neurologische Langzeitfolgen. Anlässlich des Long-COVID-Awareness-Days rücken Mediziner die sogenannten „Apps auf Rezept“ in den Fokus, um Symptome wie „Brain Fog“ zu behandeln. Diese digitalen Therapien füllen eine massive Versorgungslücke im Gesundheitssystem.
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Gedächtnisprobleme und Konzentrationsstörungen gehören zu den belastendsten Folgen von Long-COVID. Etwa 36 Prozent der Betroffenen leiden darunter. Die Folge: Viele können nicht mehr arbeiten oder ihren Alltag bewältigen.
Gleichzeitig fehlen die Therapieplätze. Auf fast eine Million Long-COVID-Patienten in Deutschland kommen nur rund 210 ambulante neuropsychologische Praxen. Nach einer stationären Reha fallen viele in ein therapeutisches Loch. Genau hier setzen die digitalen Helfer an.
Ärzte verordnen zunehmend Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Diese „Apps auf Rezept“ sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) auf Wirksamkeit und Sicherheit geprüft. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.
Ein prominentes Beispiel ist die App NeuroNation MED. Sie ist für leichte kognitive Störungen zugelassen. Auch die App memodio, die sich an Menschen mit beginnender Demenz richtet, steht seit Ende letzten Jahres im DiGA-Verzeichnis. Die Patienten führen die evidenzbasierten Übungen eigenständig auf Smartphone oder Tablet durch.
Der Clou moderner Apps ist ihre Personalisierung. Anders als Rätselhefte passen sich Programme wie Focus oder Impulse in Echtzeit an das Leistungsniveau an. Algorithmen analysieren Reaktionszeiten und Fehlerquoten.
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So wird das Gehirn immer im optimalen Bereich trainiert – ohne Über- oder Unterforderung. Die Übungen zielen auf Kurzzeitgedächtnis, Aufmerksamkeit und logisches Denken ab. Spielerische Elemente halten die Motivation hoch. Schon 15 Minuten tägliches Training sollen messbare Verbesserungen bringen.
Der Einsatz der Apps geht längst über Long-COVID hinaus. Sie gewinnen auch in der Prävention von Demenz an Bedeutung. Der Markt für seniorengerechte Gehirnjogging-Apps wächst stetig.
Entwickler optimieren die Benutzeroberflächen laufend für ältere Zielgruppen. Ein Update der App Impulse Mitte März zeigt diesen Trend. Experten erwarten eine engere Verzahnung von Medikamenten und digitalem Training. Die Apps sind kein Spielzeug mehr, sondern ein fundamentaler Baustein der neurologischen Versorgung.
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