Der deutsche Immobilienmarkt zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung. Aktuelle Daten verzeichnen leichte Preisanstiege für Wohneigentum, während sich die Bauzinsen auf einem konstanten Niveau einpendeln. Damit könnte die Phase der Preiskorrekturen ein Ende finden – doch der Markt bleibt komplex.
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Nach turbulenten Jahren gewinnt der Markt wieder an Fahrt, wenn auch langsam. Daten von Engel & Völkers zeigen für Eigentumswohnungen einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4.251 Euro. Das ist ein moderater Anstieg von 1,03 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Andere Indizes wie der Hauspreis-Index EPX verzeichneten im Januar hingegen minimale monatliche Rückgänge. Experten sehen darin ein Zeichen der Konsolidierung. Ein flächendeckender Preiseinbruch gilt als unwahrscheinlich. Stattdessen prognostizieren Institute für 2026 einen moderaten Preisanstieg von etwa drei bis vier Prozent.
Grund ist das anhaltend knappe Angebot, das auf eine ungebrochen hohe Nachfrage trifft. Der Wunsch nach Wohneigentum bleibt stark.
Nach sprunghaften Anstiegen hat sich die Lage an den Finanzierungsmärkten beruhigt. Aktuelle Bauzinsen für zehnjährige Darlehen bewegen sich bei rund 3,7 Prozent. Top-Konditionen liegen bei etwa 3,45 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 erwarten Analysten einen Zinskorridor zwischen 3,1 und 3,7 Prozent. Diese Stabilität gibt potenziellen Käufern mehr Planungssicherheit als in den vergangenen Jahren. Die Europäische Zentralbank hat maßgeblich zu dieser Beruhigung beigetragen, indem sie die Leitzinsen seit Juni 2025 unverändert ließ.
Dennoch bedeuten die aktuellen Zinsen im historischen Vergleich eine deutlich höhere Belastung für Kreditnehmer. Ein neuer Immobilienboom wie in der Niedrigzinsphase ist damit nicht in Sicht.
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Die Angebotsseite bleibt das größte Problem. Zwar brachte das Statistische Bundesamt einen Hoffnungsschimmer: 2025 wurde der Bau von 238.500 Wohnungen genehmigt – ein Anstieg von 10,8 Prozent. Das ist der erste Zuwachs nach drei rückläufigen Jahren.
Doch diese positive Entwicklung bei den Genehmigungen täuscht nicht darüber hinweg, dass die Fertigstellung Zeit braucht. Experten schätzen, dass 2026 deutlich weniger Wohnungen fertiggestellt werden, als benötigt werden. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Metropolen bleibt daher ein zentrales Problem.
Hohe Baukosten und komplexe Genehmigungsverfahren bremsen die Bauwirtschaft weiter aus.
Der Markt ist von einem klaren Spannungsfeld geprägt. Einerseits drückt die immense Nachfrage, angetrieben durch den Wunsch nach Eigentum und steigende Mieten. Andererseits schränken hohe Finanzierungskosten und Kaufpreise die Leistbarkeit für viele Haushalte ein.
Eine entscheidende Rolle spielt zunehmend der energetische Zustand. Objekte mit guter Energieeffizienz erzielen bereits signifikant höhere Preise als unsanierte Bestandsgebäude. Dieser trend dürfte sich weiter verstärken.
Die aktuelle Lage bietet Chancen für Käufer mit ausreichend Eigenkapital und einem Fokus auf nachhaltige Objekte. Der allgemeine Druck auf dem Wohnungsmarkt bleibt jedoch hoch.
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