Der schleppende Netzausbau wird zum kritischen Flaschenhals für neue Wohnungen. Besonders die Elektrifizierung durch Wärmepumpen und Ladesäulen überlastet lokale Stromnetze. Das gefährdet Fertigstellungstermine und treibt die Kosten für Bauherren in die Höhe.
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Die Bundesregierung will mit einem Reformpaket die Anschlussverfahren neu ordnen. Ein zentraler Punkt: Netzbetreiber können künftig kapazitätslimitierte Gebiete ausweisen. Liegt ein geplantes Neubaugebiet in so einer Zone, verzögert sich der Anschluss möglicherweise massiv.
Ziel der Politik ist es, spekulative Anschlussbegehren auszufiltern und reife Projekte zu priorisieren. Doch für Projektentwickler bedeutet das vor allem eines: massive Planungsunsicherheit. Während auf der Übertragungsnetzebene das „Windhundrennen“ beendet wird, entstehen auf lokaler Ebene neue Hürden.
Das Problem ist hausgemacht. Moderne Gebäude brauchen viel mehr Strom als früher. Rund zwei Drittel aller neuen Wohnungen werden mittlerweile mit Wärmepumpen geplant. Dazu kommen Photovoltaik auf dem Dach und Wallboxen in der Tiefgarage.
Lokale Netzbetreiber können die Anschlüsse einzelner Wärmepumpen zwar nicht mehr pauschal ablehnen. Sie dürfen den Bezug bei Überlastung aber temporär drosseln – das sogenannte Dimmen. Bei ganzen Neubauquartieren reicht das nicht. Hier muss das Netz physisch ausgebaut werden, ein langwieriger Prozess.
Für die Immobilienwirtschaft wird die Netzknappheit zum finanziellen Risiko. Jede Verzögerung beim Anschluss verlängert die Bauzeit und treibt die Zinskosten für die Zwischenfinanzierung in die Höhe.
Bauherren müssen zunehmend in komplexe Technik investieren. Intelligente Lastmanagementsysteme verteilen die knappe Leistung dynamisch zwischen Heizung, Haustechnik und Ladesäulen. Zusätzlich können Netzbetreiber hohe Baukostenzuschüsse für den erforderlichen Netzausbau verlangen. All das belastet die ohnehin angespannte Wirtschaftlichkeit neuer Wohnprojekte.
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Kritiker warnen vor einer faktischen Zubaubremse. Während die Politik ehrgeizige Klimaziele für den Gebäudesektor vorgibt, bremst die reale Aufnahmefähigkeit der Netze den Fortschritt aus. Diese Diskrepanz gilt als eines der größten Hemmnisse für die Baukonjunktur.
Fachleute fordern daher massive Investitionen in die lokalen Verteilnetze. Nur ein vorausschauender Ausbau kann verhindern, dass die Strominfrastruktur den dringend benötigten Wohnungsbau dauerhaft ausbremst. Die Abstimmung mit Netzbetreibern wird für Bauherren zur strategischen Schlüsselaufgabe – lange vor dem ersten Spatenstich.
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