Der Kupferproduzent erlebt derzeit extreme Gegensätze im operativen Geschäft. Während in Nordrhein-Westfalen eine Millioneninvestition die Effizienz deutlich steigert, überschatten tödliche Arbeitsunfälle im Hamburger Stammwerk die Unternehmensentwicklung. Wie tiefgreifend sind die Folgen dieser Vorfälle für den Konzernablauf?
Am Hauptstandort in Hamburg rücken behördliche Untersuchungen in den Fokus. Innerhalb weniger Tage ereigneten sich dort zwei schwere Arbeitsunfälle. Zunächst erlitt ein Mitarbeiter Ende Februar auf einer Kranbahn lebensgefährliche Quetschungen. Kurz darauf, am späten Abend des 6. März, kam es im Bereich der Primärkupferproduktion zu einer Verpuffung heißer Schlacke. Ein Gabelstapler geriet durch geschmolzenes Material in Brand, wobei der Fahrer sein Leben verlor.
Das Fachkommissariat für spezielle Arbeitsunfälle untersucht nun die genauen Hintergründe dieser Serie. Solche Vorfälle ziehen oftmals strenge Sicherheitsüberprüfungen nach sich, welche die regulären Abläufe in den betroffenen Hamburger Produktionsbereichen empfindlich stören können.
Ein völlig anderes Bild zeichnet sich parallel am Recyclingstandort Lünen ab. Dort nahm das Unternehmen gemeinsam mit dem Partner Messer eine neue Luftzerlegungsanlage in den regulären Betrieb. Das 40 Millionen Euro teure Projekt produziert nun täglich bis zu 210 Tonnen Sauerstoff und 16 Tonnen Stickstoff direkt auf dem Werksgelände. Diese Gase sind für die metallurgischen Abläufe an den Schmelz- und Anodenöfen zwingend erforderlich.
An der Börse scheinen Anleger die langfristige operative Stärke des Unternehmens trotz der jüngsten tragischen Rückschläge am Hauptstandort wertzuschätzen. Mit einem Schlusskurs von 164,60 Euro am Mittwoch verzeichnet das Papier auf Jahressicht ein beachtliches Plus von knapp 83 Prozent.
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Die neue Anlage in Lünen rechtfertigt dieses Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit, da sie das Werk unabhängig von externen Flüssiggas-Lieferungen macht. Das spart nicht nur bis zu 3.000 Lkw-Fahrten pro Jahr, sondern senkt auch die jährlichen CO2-Emissionen des Standorts um bis zu 8.500 Tonnen.
Die kommenden Wochen erfordern ein präzises Krisenmanagement. Die laufenden polizeilichen Untersuchungen und mögliche Auflagen der Arbeitsschutzbehörden in Hamburg bergen das Risiko vorübergehender Produktionseinschränkungen am Hauptsitz. Gleichzeitig federn die frisch realisierten operativen Effizienzgewinne und die erhöhte Versorgungssicherheit im Werk Lünen einen Teil dieser strukturellen Belastungen ab.
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