Der DAX setzt seinen Aufwärtstrend fort — doch von einer echten Entwarnung ist der Markt noch weit entfernt. Heute schloss der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,71 Prozent bei 23.730,92 Punkten. Charttechnisch bleibt das ein solides Signal, aber kein Durchbruch.
Denn erst oberhalb von rund 24.200 Punkten sprechen Analysten von einer nachhaltigen Erholung der Verluste, die der Iran-Krieg in den vergangenen zwölf Handelstagen verursacht hat. Bis dahin ist es noch ein Stück Weg.
Brent Crude notierte heute Nachmittag bei über 102 Dollar je Barrel — ein Anstieg von knapp zwei Prozent. Die anhaltend hohen Energiepreise belasten die Stimmung, auch wenn viele Anleger den Tag offenbar eher passiv angegangen sind. Die Handelsumsätze deuteten darauf hin, dass die Mehrheit die Lage lieber beobachtet als aktiv handelt.
Gewinner dieser Gemengelage waren heute die Energieversorger. Eon gewann 3,2 Prozent, RWE legte 2,4 Prozent zu, Siemens Energy rund 2 Prozent. Steigende Rohstoffpreise beflügeln eben nicht alle — aber diese Titel profitieren direkt.
Auch die Rückversicherer aus Hannover und München zählten zu den Favoriten des Tages. In unsicheren Zeiten zieht sich das Kapital in defensive Werte zurück. Kein Wunder, dass ausgerechnet diese Segmente heute die Kursliste anführten.
Abseits des Leitindex sorgten Einzelwerte für Aufmerksamkeit. Sartorius schnellte um fast acht Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen neue Mittelfristziele ab 2027 vorlegte — vom Management selbst als „realistisch, aber ambitioniert" bezeichnet. Nach einer langen Phase überdurchschnittlicher Kursverluste reichte das für eine deutliche Erleichterungsrally.
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Im SDAX legte Springer Nature fast 13 Prozent zu. Der Wissenschaftsverlag überzeugte mit gesteigertem Umsatz und operativem Gewinn für 2025 sowie einem überraschend positiven Ausblick.
Auf der anderen Seite brach Energiekontor um mehr als elf Prozent ein. Auslöser war eine Analysteneinschätzung von Warburg Research, die Schätzungen für den Projektentwickler im Bereich Erneuerbare Energien deutlich kappte — mit Verweis auf ein schwächeres politisches Umfeld und strukturell sinkende Strompreise.
Morgen entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren Leitzins, am Donnerstag folgt die EZB. Zinsüberraschungen gelten zwar als unwahrscheinlich, doch die begleitenden Statements dürften aufmerksam gelesen werden. Investoren suchen Hinweise darauf, ob steigende Leitzinsen in der Eurozone und ausbleibende Zinssenkungen in den USA wirklich das wahrscheinlichste Szenario bleiben.
Gleichzeitig sind die ZEW-Konjunkturerwartungen zuletzt um fast 60 Punkte auf minus 0,5 Zähler eingebrochen — ein deutliches Signal, wie hoch die Skepsis unter Finanzmarktexperten derzeit ist. Diese Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, hohem Ölpreis und geldpolitischem Rätselraten dürfte den DAX auch in den kommenden Tagen im Auf und Ab halten.
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