Traditionsunternehmen Mocopinus stellt Betrieb ein ( Finanztrends)

Der deutsche Baukrise fällt ein weiteres prominentes Opfer zum Opfer: Der 160 Jahre alte Holzverarbeiter Mocopinus stellt nach gescheiterter Rettung den Betrieb ein. Das Insolvenzverfahren des Industriehoblers für Fassaden und Terrassendecks endet in der Abwicklung.

Gescheiterte Rettung trotz Eigenverwaltung

Eigentlich sah alles nach einem geordneten Neuanfang aus. Als Mocopinus im Dezember 2025 beim Amtsgericht Ulm vorläufige Eigenverwaltung beantragte, signalisierte dies eine realistische Restrukturierungschance. Die Geschäftsführung blieb unter Aufsicht eines Sachwalters am Ruder. Doch die Hoffnung war trügerisch.

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Die Gründe für den Niedergang des Traditionsunternehmens liegen in der strukturellen Krise des Baugewerbes. Einbrechende Nachfrage, explodierende Kosten und Lieferkettenprobleme setzten dem Hersteller hochwertiger Holzprodukte zu. Besonders der Wegfall des sibirischen Lärchenholzes durch den Ukraine-Krieg traf das Unternehmen hart. Dieser Rohstoff war essenziell für die Premium-Produkte.

Investor-Suche endet mit Enttäuschung

Noch im Februar 2026 klang die Lage kontrollierbar. Das Hauptinsolvenzverfahren wurde eröffnet, die Produktion an den Standorten Ulm, Karlsruhe und Ammelshain lief weiter. Die Kanzlei PLUTA, in das Verfahren eingebunden, sprach von einem "erheblichen Schwung" im Investorenprozess. Für die 270 Mitarbeiter schien eine Zukunft möglich.

Doch diese Hoffnung zerschlug sich Anfang März. Medienberichten zufolge konnte kein Investor für den operativen Geschäftsbetrieb gefunden werden. Interesse gab es lediglich an den Immobilien – ein klassischer Asset-Deal. Für den Fortbestand des Unternehmens mit seiner Belegschaft reichte das nicht. Ein bitteres Ende für eine 160-jährige Erfolgsgeschichte.

Geordneter Rückzug und regionale Folgen

Nun beginnt die Ausproduktion. Bestehende Kundenaufträge werden noch abgearbeitet und ausgeliefert, danach werden die Tore endgültig geschlossen. Besonders der Standort Karlsruhe mit rund 180 Arbeitsplätzen im Rheinhafen ist ein herber Verlust für die Region.

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Was bedeutet dieses Scheitern für die Branche? Es zeigt die Grenzen des Instruments Eigenverwaltung in einer angespannten Marktlage. Selbst bei funktionierender Restrukturierung braucht es am Ende einen Investor – und genau der fehlte. Für den europäischen Markt hochwertiger Holzprodukte hinterlässt Mocopinus eine spürbare Lücke.

Während der Hauptbetrieb abgewickelt wird, laufen angeblich noch Gespräche über die Tochtergesellschaft Lignum Finish. Für die meisten der 270 Beschäftigten dürfte dies jedoch kein Trost sein. Sie stehen vor einem ungewissen Neuanfang in einer ohnehin angespannten Baukonjunktur.



(10.03.2026)

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