Starke Zahlen für 2025, ein milliardenschwerer Exit — und trotzdem befindet sich die Partners-Group-Aktie auf dem tiefsten Stand der vergangenen 52 Wochen. Hinter dem Kursdruck steckt ein Mix aus geopolitischer Unsicherheit und branchenweiten Sorgen über Private-Credit-Engagements im KI-gefährdeten Software-Sektor.
Den sichtbarsten Beweis für die neue Risikolage liefert eine logistische Entscheidung: Partners Group verlegt seinen jährlichen globalen Investoren-Kongress von Abu Dhabi nach Zürich. Das Client-AGM findet nun am 13. und 14. April in der Nähe von Zürich statt.
Der Auslöser ist der Iran-Krieg. Nach koordinierten israelisch-amerikanischen Luftschlägen auf den Iran feuerte Teheran Ende Februar 2026 fast 1.200 Geschosse auf die Vereinigten Arabischen Emirate — Raketen, Drohnen und Marschflugkörper. Seither haben regionale Büros von Goldman Sachs, Citi und Standard Chartered ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Partners Group ist dabei nicht der einzige Veranstalter, der Konsequenzen zieht: Eine wachsende Zahl von Geschäfts- und Sportveranstaltungen in der Region wurde verschoben oder abgesagt.
Operativ läuft es bei Partners Group gut. Das EBITDA stieg 2025 um 19 Prozent auf 1,61 Milliarden Franken, der Reingewinn legte um 12 Prozent auf 1,26 Milliarden Franken zu. Die Mittelzuflüsse erreichten 30 Milliarden US-Dollar — innerhalb der eigenen Guidance von 26 bis 31 Milliarden — und trieben das verwaltete Vermögen auf 185 Milliarden US-Dollar. Besonders auffällig: 72 Prozent der Zuflüsse entfielen auf maßgeschneiderte Bespoke-Lösungen, ein Bereich mit höheren Margen.
Kurz vor den Jahreszahlen hatte das Unternehmen zudem den Verkauf von atNorth bekannt gegeben, einer pan-nordischen Rechenzentrums-Plattform, an CPP Investments und Equinix. Der Enterprise Value lag bei 4 Milliarden US-Dollar. Das EBITDA der Plattform hatte sich in vier Jahren verzwanzigfacht, was Kunden einen jährlichen Compounded Return von mehr als 30 Prozent einbrachte.
Für 2026 erwartet Partners Group Brutto-Fundraising von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar. Bei den Performance-Gebühren — langfristig 25 bis 40 Prozent der Einnahmen — rechnet das Management allerdings mit Werten am unteren Ende der Zielspanne, da bestimmte Gebühren bereits vorgezogen in 2025 verbucht wurden.
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Der Kursdruck auf die Aktie speist sich vor allem aus einem branchenweiten Problem: Mehrere börsennotierte Privatmarkt-Manager stehen unter Verkaufsdruck, weil Anleger deren Engagements im Private-Credit-Bereich — insbesondere in SaaS-Unternehmen, die durch KI unter Druck geraten könnten — neu bewerten.
Partners Group hebt hervor, sein Software-Engagement auf weniger als die Hälfte des Branchendurchschnitts reduziert zu haben. Das Infrastrukturportfolio verwaltet weltweit 36 Milliarden US-Dollar, mit einem Schwerpunkt in Nordeuropa. Die Aktie notiert dennoch rund 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 1.278 Euro und damit auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr.
Die Hauptversammlung am 20. Mai wird über eine Dividende von 46 Franken je Aktie abstimmen — ein Anstieg von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das langfristige Ziel, das verwaltete Vermögen bis 2033 auf 450 Milliarden US-Dollar zu steigern, bekräftigte das Management zuletzt erneut.
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