Apotheken werden zu Gedächtnis-Checkpoints ( Finanztrends)

Münchner Apotheken bieten jetzt digitale Gedächtnistests an. Das Pilotprojekt ist Teil eines größeren Trends: Kognitive Gesundheit rückt mit neuen, niedrigschwelligen Angeboten in den Fokus.

DARE-Studie: Der Gedächtnis-Check um die Ecke

Bayern erprobt einen neuen Weg in der Demenzvorsorge. Im Rahmen der sogenannten DARE-Studie können sich Menschen ab 60 Jahren in teilnehmenden Münchner Apotheken digital auf Gedächtnisprobleme screenen lassen. Das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) veröffentlichte kürzlich ein Update zum Projektstand.

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Ohne vorherigen Arzttermin absolvieren Interessierte dort Tests zu Erinnerungsvermögen und Orientierung. Auch Fragen zur Herz-Kreislauf-Gesundheit und zur Stimmung gehören dazu. Bei auffälligen Ergebnissen vermittelt die Apotheke direkt an Fachärzte. Das vom bayerischen Gesundheitsministerium geförderte Projekt läuft bis Mitte 2027. Sein Ziel: die Grundlage für künftige Regelleistungen in der Prävention schaffen.

Prävention ist mehr als nur Bewegung

Mediziner betonen, dass Eigeninitiative früh beginnen muss. Neurologen der Berliner Charité veröffentlichten Anfang März Empfehlungen, wonach Prävention ab 55 Jahren besonders wirkt. Entscheidend sei die Kombination aus mediterraner Ernährung, Bewegung und geistiger Herausforderung.

Routine schützt dabei wenig. Das Gehirn braucht neue, komplexe Aufgaben, um neue Nervenverbindungen zu bilden – das klassische "Gehirnjogging". Selbst scheinbar Nebensächliches wie eine unkorrigierte Sehschwäche kann das Demenzrisiko erhöhen. Eine Brille oder ein Hörgerät werden so zu fundamentalen Präventionsmaßnahmen.

Gehirntraining erobert den Breitensport

Das Thema mentale Fitness ist längst in der Fitnessbranche angekommen. Sportvereine und Veranstalter integrieren kognitive Elemente in ihre Programme. Denn multifunktionales Training, das Koordination und Strategie erfordert, fordert das Gehirn stärker als monotone Bewegungen.

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Ergänzend zum körperlichen Training helfen gezielte mentale Routinen dabei, die Konzentration zu steigern und das Gedächtnis langfristig fit zu halten. Entdecken Sie im kostenlosen Ratgeber „Gehirntraining leicht gemacht“ 11 alltagstaugliche Übungen und wertvolle Tipps zur Demenzprävention. Gratis-PDF mit 11 Gehirntraining-Übungen anfordern

Ein Beispiel ist der "Mental Health Rocks Run" im Münchner Olympiapark. Bei diesem 5-Kilometer-Lauf geht es nicht um Bestzeiten, sondern um Gemeinschaft und psychische Gesundheit. Selbst Traditionsvereine wie Hannover 96 bieten mittlerweile spezielle Kurse an, die Gedächtnisaufgaben mit leichter Bewegung kombinieren.

Ein Drittel der Fälle wäre vermeidbar

Experten sehen in diesen Entwicklungen einen notwendigen Systemwandel. Bislang war die Medizin stark auf die Behandlung bestehender Krankheiten fokussiert. Die neuen, niedrigschwelligen Angebote markieren einen klaren Kurswechsel hin zur Prävention.

Untersuchungen legen nahe, dass über ein Drittel aller Demenzfälle durch Lebensstiländerungen vermeidbar wären. Die Verlagerung von Ersttests in die Apotheke oder Kurse im Sportverein senken die Hürde, sich frühzeitig mit dem eigenen Gedächtnis auseinanderzusetzen. Ein ganzheitlicher Ansatz aus Medizin, Dienstleistung und Bewegung soll so der sozialen Isolation und dem kognitiven Abbau vorbeugen.

Was kommt als nächstes?

Die Entwicklung geht weiter. Die Bundesregierung will bis Ende 2026 Teile ihrer Nationalen Demenzstrategie umsetzen, mit Fokus auf Aufklärung.

Zeigt die Münchner DARE-Studie 2027 Erfolge, ist eine bundesweite Ausweitung der Apotheken-Screenings wahrscheinlich. Das würde die Rolle der Apotheker grundlegend verändern. Parallel wächst der Markt für hybride Fitnesskonzepte für Körper und Geist. Technologie wie Trainings-Apps wird dabei helfen, mentale Fitness fest im Alltag zu verankern.



(14.03.2026)

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