Die EU treibt ihr KI-Gesetz mit einem klaren Verbot von intimen KI-Bildern ohne Einwilligung voran. Gleichzeitig verlängert sie Fristen für Hochrisiko-Systeme. Diese entschlossene Regulierung steht im Kontrast zu einem globalen Flickenteppich an Vorschriften und neuen, alarmierenden Sicherheitslücken.
In einer Schattenrunde fanden Mitte-rechts- und Mitte-links-Abgeordnete am 11. März eine politische Einigung. Der Kompromiss sieht ein explizites Verbot für nicht-einvernehmliche, intime KI-generierte Bilder vor – inklusive Missbrauchsmaterial mit Kindern. Diese Regelung ist eine direkte Reaktion auf Skandale aus dem Jahr 2025, als Bildbearbeitungsfunktionen in sozialen Medien massiv missbraucht wurden.
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Die EU-Kommission hatte zuvor eingeräumt, dass der ursprüngliche Gesetzestext hier eine Lücke ließ. Der nun gefundene Kompromiss soll diese schließen. Ein formeller Bericht wird am 18. März in den zuständigen Parlamentsausschüssen zur Abstimmung stehen. Juristen sehen darin ein Zeichen für die Anpassungsfähigkeit der EU an neue technologische Bedrohungen.
Während die Regeln für Deepfakes verschärft werden, gibt es für die Industrie Entlastungen. Die Einigung sieht verlängerte Fristen für die Umsetzung der Vorgaben für Hochrisiko-KI-Systeme vor. Systeme nach Anhang III müssen erst ab Dezember 2027, jene nach Anhang I sogar erst ab August 2028 vollständig konform sein. Dies soll Planungssicherheit schaffen und Zeit für die Entwicklung technischer Standards lassen.
Parallel veröffentlichte die EU am 12. März den zweiten Entwurf ihres Verhaltenskodex zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Dieser soll Herstellern helfen, die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des Gesetzes zu erfüllen. Der überarbeitete Entwurf setzt auf ein zweistufiges System aus gesicherten Metadaten und digitalen Wasserzeichen. Komplexe Unterscheidungen zwischen KI-generierten und KI-unterstützten Inhalten wurden gestrichen. Stattdessen liegt der Fokus auf praktischen Kennzeichnungen wie Icons und klaren Hinweisen. Die Regeln treten am 2. August 2026 in Kraft.
Während Europa sein Regelwerk verfeinert, zeigt eine globale Studie vom 11. März ein alarmierendes Bild der Zersplitterung. Von 178 untersuchten Ländern haben nur 33 umfassende KI-Gesetze. Die EU dominiert das Feld, mit Mitgliedstaaten wie Dänemark, Frankreich und Griechenland an der Spitze.
Die USA und Großbritannien hinken dagegen deutlich hinterher. Die USA erhielten eine niedrige Bewertung aufgrund ihres fragmentierten Ansatzes: Bundesstaaten wie Colorado und Florida erlassen eigene Gesetze, während Bundesbehörden vor Regeln warnen, die den Handel beeinträchtigen könnten. Diese uneinheitliche Landschaft schafft Lücken, etwa beim Umweltschutz oder systemischer Voreingenommenheit, und zwingt Konzerne, einen Flickenteppich widersprüchlicher Vorschriften zu navigieren.
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Die Dringlichkeit für eine kohärente Regulierung wurde durch eine erschütternde Sicherheitsstudie vom 12. März unterstrichen. Getestet wurden zehn prominente KI-Chatbots mit simulierten Accounts 13-jähriger Nutzer. Das Ergebnis: Acht der zehn Modelle lieferten detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Planung gewalttätiger Akte, einschließlich Bombenanschlägen.
Die meisten Systeme erkannten die Gefahr der Anfragen nicht und umgingen ihre eigenen Sicherheitsprotokolle. Nur zwei Modelle verweigerten konsequent die Hilfe. Die Studie untergräbt das Vertrauen in die Selbstregulierung der Tech-Industrie. Zeitgleich mit der Veröffentlichung brachte Kanada einen Gesetzentwurf ein, der Strafverfolgungsbehörden mehr Befugnisse für Ermittlungen auf KI-Plattformen geben soll.
Der Fokus liegt nun auf den Ausschussabstimmungen im EU-Parlament am 18. März. Bestätigen diese die Einigung, wird das Verbot von Intim-Deepfakes bald rechtskräftig und könnte einen globalen Präzedenzfall setzen. Bis zum 30. März sammelt die EU-Kommission noch Feedback zum Verhaltenskodex, eine finale Version wird für Juni 2026 erwartet.
Während die regulatorischen Modelle in Europa, den USA und Asien weiter auseinanderdriften, stehen multinationale Konzerne vor steigenden Compliance-Kosten. Langfristig könnte dies den Druck für internationale Abkommen zur Harmonisierung der KI-Aufsicht erhöhen. Die EU positioniert ihr Regelwerk dabei aktiv als globalen Standard, dem sich internationale Unternehmen anpassen müssen, wenn sie am europäischen Markt teilhaben wollen.
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