Iran-Politik der USA: Preistreiber bei Erdöl (Heiko Geiger)

Erdöl: Iran-Sanktionen und Trump-Tweet im Fokus

Neben den krisenbedingten Produktionsausfällen in Venezuela hat sich zuletzt insbesondere die Iran-Politik der USA als ein Preistreiber bei Erdöl erwiesen. Washington hatte von seinen Verbündeten gefordert, Ölimporte aus dem Iran im November zu beenden und sich an die US-Sanktionen gegen den Iran zu halten. Als erstes Land scheint Indien offenbar dieser Forderung Folge zu leisten. Iranische Ölexporte sollen laut dem Außenministerium in Washington ab dem 4. November komplett untersagt werden. Hintergrund der Aufforderung ist die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die Vereinigten Staaten. Wer nach diesem Datum gegen das Verbot verstößt, riskiert Sanktionen. Die USA wollen allerdings jeden Verstoß einzeln prüfen und nicht pauschal Sanktionen gegen alle Länder verhängen, die weiter Öl aus dem Iran beziehen.

Auch der Ausfall einer großen Förderanlage in Kanada und eine Zuspitzung des Streits um Öl-Vermarktungsrechte in Libyen unterstützte zuletzt die steigenden Notierungen. Am Wochenende forderte unterdessen US-Präsident Donald Trump Saudi-Arabien in einem Tweet auf, seine Ölproduktion zu erhöhen, um so die Produktionsausfälle in anderen Ländern auszugleichen. "Habe gerade mit König Salman von Saudi-Arabien gesprochen und habe ihm erklärt, dass ich ihn wegen der Turbulenzen und der Dysfunktion im Iran und in Venezuela darum bitte, dass Saudi-Arabien seine Ölproduktion erhöht, vielleicht bis auf zwei Millionen Barrels", schrieb Trump. "Die Preise sind zu hoch! Er hat zugestimmt", erläuterte Trump. Ob Saudi-Arabien zu der geforderten Produktionsausweitung überhaupt in der Lage ist, ist allerdings offen. Um Trumps Vorstellungen zu entsprechen, müsste die Produktion auf 12 Millionen Barrel pro Tag ausgeweitet werden. Dies würde einem neuen Rekordhoch entsprechen. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass Riad der Aufforderung von Trump nicht nachkommen dürfte. Allerdings dürfte Saudi-Arabien die mit den anderen OPEC-Staaten sowie Nicht-OPEC-Ländern vereinbarte Produktionsausweitung umsetzen.

 

Gold kann von globaler Unsicherheit nicht profitieren

Die Talfahrt beim Goldpreis hat sich zuletzt weiter fortgesetzt. Der Preis des gelben Edelmetalls fiel auf den tiefsten Stand des laufenden Jahres und hat seit Ende Januar mehr als 100 Dollar je Feinunze eingebüßt. Damit kann Gold weiter nicht von der großen globalen Unsicherheit und dem Handelskonflikt der USA mit dem Rest der Welt profitieren. "Die Tatsache, dass Gold (...) trotz der durch die weltweiten Handelsspannungen getrübten Stimmung auf ein frisches 2018er-Tief gefallen ist, wirft erneut die Frage auf, ob das Edelmetall seinen Status als 'sicherer Hafen' verloren hat", schrieb Lukman Otunuga, Analyst bei FXTM in einem Research-Bericht. Der starke US-Dollar und die Aussicht auf steigende US-Zinsen seien nach wie vor die größten Kurstreiber und belasten das Edelmetall.

Unterdessen haben die Analysten der Bank of Montreal (BMO) ihre Prognose für den durchschnittlichen Goldpreis im Jahr 2018 um ein Prozent auf 1.320 US-Dollar je Feinunze gesenkt, gleichzeitig aber ihre Preisziele für die Jahre 2019 bis 2021 angehoben. Für 2019 rechnen die Analysten nun mit einem um ein Prozent höheren Goldpreis von durchschnittlich 1.293 US-Dollar je Unze. Für 2020 und 2021 werden Durchschnittspreise von 1.250 US-Dollar je Feinunze erwartet (vier Prozent mehr als bisher). Die aktuellen Rohstoffpreise preisen nach Einschätzung der Analysten einen signifikanten wirtschaftlichen Abschwung im zweiten Halbjahr 2018 ein. Gold könnte als Absicherung wieder gefragt sein, sollte sich zwischen den USA und China ein ausgewachsener Handelskrieg entwickeln, so die Experten.

 

Industriemetalle wegen spekulativer Verkäufe unter Druck

„Die Industriemetalle haben im vergangenen Monat auf breiter Basis nachgegeben. Zink verlor im Monat Juni 7,6 Prozent, Kupfer gab um 5,0 Prozent nach, Blei verbilligte sich um 3,8 Prozent und Nickel musste Verluste in Höhe von 3,9 Prozent hinnehmen“, wie Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH, im aktuellen „Edelmetall- und Rohstoff-Report“ schreibt.

Insbesondere bei Kupfer haben die spekulativen Finanzanleger eine große Rolle beim jüngsten Preisrückgang gespielt. Demnach wurden zuletzt Netto-Long-Positionen deutlich reduziert. Schwächere Wirtschaftsdaten aus China könnten die Preise bei Kupfer und anderen Industriemetallen auch weiter belasten. Aktuelle Daten zur chinesischen Industrieproduktion, zu Investitionen und Einzelhandelsumsätzen deuten auf eine Abschwächung der Konjunktur in dem für den Kupfermarkt besonders wichtigen Nachfragerland hin. Auch der Handelsstreit mit den USA könnte zu weiteren Preisrückgängen führen. Arbeitskämpfe in Kupferminen in Chile könnten allerdings auch zu einer Stabilisierung beitragen, so Experten.

In den USA regt sich unterdessen Widerstand gegen die geplanten Importzölle auf Stahl und Aluminium. So protestierten verschiedene Handelsverbände in einem gemeinsamen Brief an den US-Senat gegen die von der Trump-Administration geplanten Zölle. Vor allem mögliche Gegenmaßnahmen bei wichtigen Handelspartnern der USA könnten auch die US-Wirtschaft treffen, so die Befürchtung unter anderem der US-Schiffsbauer sowie der Autokonzerne.

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Im Original hier erschienen: Iran-Politik der USA: Preistreiber bei Erdöl



(04.07.2018)

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