Die Grippewelle in Deutschland geht zurück. Das Robert Koch-Institut (RKI) bestätigt in seinem aktuellen Wochenbericht, dass der Höhepunkt der Atemwegserkrankungen überschritten ist. Das bringt eine deutliche Entlastung für Kliniken und Praxen. Eine vollständige Entwarnung gibt es jedoch nicht, denn das RS-Virus zirkuliert weiterhin stark.
Die Daten für die neunte Kalenderwoche belegen einen kontinuierlichen Rückgang. Die Zahl der Arztbesuche und Krankenhauseinweisungen wegen Atemwegsinfekten liegt nun spürbar unter dem Niveau der Vorsaison. In den Laborproben machen Influenza-A-Viren mit 28 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von saisonalen Coronaviren (20 %) und RSV (16 %).
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COVID-19 spielt kaum noch eine Rolle. Bei schweren Infektionen, die klinisch behandelt werden müssen, macht das Coronavirus nur noch ein Prozent der Diagnosen aus. Auch das Abwassermonitoring zeigt eine anhaltend niedrige SARS-CoV-2-Viruslast.
Obwohl die Welle abflacht, verursachen Grippeviren noch immer fast ein Drittel aller Atemwegsinfektionen. Dominant ist der Typ Influenza A(h6N2). Die Schwere der Saison zeigt sich in den Todeszahlen: Seit Beginn der Welle wurden knapp 1.500 Todesfälle gemeldet, die mit einer Influenza-Infektion in Verbindung stehen. 96 Prozent der Verstorbenen waren 60 Jahre oder älter.
Während Influenza und Corona zurückgehen, hält die RSV-Welle unvermindert an. Bei schweren Infektionen in Krankenhäusern sind 13 bis 18 Prozent der Diagnosen auf RSV zurückzuführen. Das Virus bleibt besonders für Frühgeborene, Säuglinge und Menschen mit Vorerkrankungen eine ernste Gefahr.
Kinderärzte verweisen auf die bestehenden Schutzmöglichkeiten. Für Neugeborene und Säuglinge steht eine passive Immunisierung zur Verfügung. Für Menschen ab 75 Jahren sowie für 60- bis 74-Jährige mit bestimmten Risikofaktoren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) mittlerweile eine Standardimpfung gegen RSV. Studien belegen, dass diese Impfungen die Hospitalisierungsrate bei Senioren signifikant senken können.
Der Rückgang der Infektionszahlen entlastet das Gesundheitssystem spürbar. Die Arbeitsbelastung auf Intensivstationen und in Notaufnahmen nimmt ab. Das mindert das Risiko von Burnout und Erschöpfung beim medizinischen Personal.
Auch in der Bevölkerung sorgt die Beruhigung der Lage für psychologische Erleichterung. Die ständige Sorge vor einer schweren Erkrankung bei Älteren oder Kleinkindern war in den Wintermonaten ein massiver Stressfaktor. Mit sinkenden Fallzahlen und dem nahenden Frühling kehrt für viele ein Stück Normalität zurück.
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Epidemiologen erwarten für die kommenden Wochen eine weitere Beruhigung. Steigende Temperaturen und weniger Aufenthalte in geschlossenen Räumen nehmen den Viren traditionell das Verbreitungspotenzial. Fachleute raten dennoch zur Wachsamkeit, da lokale Ausbrüche von RSV oder späten Grippevarianten bis in den April möglich sind.
Die Gesundheitsämter überwachen die Lage weiterhin engmaschig, unter anderem durch das Abwassermonitoring. Der Fokus richtet sich bereits auf die nächste Saison. Erwartet wird, dass Aufklärungskampagnen zu Influenza- und RSV-Impfungen im kommenden Herbst nochmals intensiviert werden.
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