Während steigende Ölpreise den Energiesektor stützen, sorgt der Zinsanstieg in den USA für einen Rückzug der Investoren aus den Schwellenländern. Der DAXglobal BRIC Index verliert am heutigen Freitag deutlich an Boden und nähert sich einer kritischen technischen Marke. Kann die psychologisch wichtige Schwelle von 1.200 Punkten den Abverkauf stoppen?
Das bestimmende Thema des heutigen Handelstages ist die Entkoppelung von Energie- und Finanzwerten. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg am Freitag um 1,5 Prozent auf 87 US-Dollar – den höchsten Stand seit Juli 2024. Dies stützte Schwergewichte wie PetroChina (+3,8 %) und CNOOC (+3,1 %).
Diese Gewinne reichten jedoch nicht aus, um die Verluste im Bankensektor auszugleichen, der über die Hälfte der Indexgewichtung ausmacht. In Mumbai und an den chinesischen Börsen kam es zu deutlichen Verkäufen. Die HDFC Bank verlor 4,2 Prozent, während die China Construction Bank mit einem Minus von 3,8 Prozent unter Sorgen um die Zinskurve litt. Das Handelsvolumen liegt aktuell 18 Prozent über dem 30-Tage-Durchschnitt, was auf eine breite Abgabebereitschaft institutioneller Anleger hindeutet.
Mit dem heutigen Kursrutsch ist der Index unter seinen gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage bei 1.228,40 Punkten gefallen. Diese Linie hatte im Februar noch zuverlässig als Unterstützung gedient.
Der Druck auf den Index wird durch makroökonomische Faktoren verstärkt. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg heute auf 4,17 Prozent. Dieser Anstieg zieht Liquidität aus den Emerging Markets ab und begünstigt den US-Dollar als sicheren Hafen.
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Institutionelle Aktivitäten zeigen zudem eine deutliche Zunahme von Put-Optionen für das Monatsende. Große Block-Trades bei chinesischen Bankwerten deuten darauf hin, dass Portfoliomanager ihre Bestände vor den wichtigen Wirtschaftsdaten der nächsten Woche umschichten.
Der DAXglobal BRIC Index geht geschwächt in die letzten Handelsstunden der europäischen Sitzung. Sollte die US-Eröffnung keine Stabilisierung bringen, ist ein Tagesschlusskurs nahe dem bisherigen Tagestief von 1.207,50 Punkten wahrscheinlich. Ein Scheitern an der 1.200-Punkte-Marke zum Handelsschluss würde die charttechnische Lage für den Monat März grundlegend verschlechtern.
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