Aus den Morning News der Wiener Privatbank: "Zum Abschluss eines weiteren guten Monats hat der Wiener Aktienmarkt am Freitag nachgegeben. Insbesondere schwächere Bankwerte belasteten den ATX, der zum Handelsende 1,07 Prozent im Minus bei 5.701,70 Punkten lag. Er fiel damit unter die 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend. Auf Wochensicht bedeutet dies einen Verlust von 1,8 Prozent. Angesichts der Sorgen vor einer Eskalation im Iran-Konflikt agierten Anleger vor dem Wochenende abermals wenig risikofreudig. Inflationsdaten aus einigen Euroländern hatten dagegen kaum Einfluss auf die Kurse. Sie untermauerten die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen in den kommenden Monaten stabil halten wird. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 0,92 Prozent auf 2.840,18 Zähler hinab. Das europäische Umfeld schloss ohne klare Richtung. Im Februar verzeichnete der ATX einen Zuwachs von 1,7 Prozent. Damit beendete er bereits den elften Monat in Folge mit einem Kursgewinn - eine derart lange Serie gab es zuletzt von Juli 2017 bis Mai 2018.
Bis zur Monatsmitte hatte das heimische Börsenbarometer an die kräftige Rally vom Herbst des Vorjahres angeknüpft und noch diesen Montag ein neues Rekordhoch bei knapp 5.857 Punkten markiert. Nichtsdestotrotz ist der Aufwärtstrend mittlerweile sichtlich ins Stocken geraten, wobei insbesondere die für den ATX wichtigen Bankwerte nach starken Vormonaten in eine Konsolidierung übergegangen sind. Auch am letzten Handelstag des Monats wurde der Leitindex von den schwächeren Bankwerten gebremst. Diese gaben europaweit in einer Umschichtung zu defensiveren Branchen nach. RBI und BAWAG büßten 1,3 respektive 2,7 Prozent ein.
Noch deutlicher verloren Erste-Titel 2,8 Prozent auf 100,70 Euro. Hier half auch nicht, dass Deutsche Bank Research ihr Kursziel für die Aktien von 112 auf 115 Euro anhob und die Kaufempfehlung bekräftigte. Die Bank habe am gestrigen Donnerstag "ordentliche" Zahlen vorgelegt und die Aussichten bleiben solide. Vor dem Wochenende gaben zudem Unternehmen aus der zweiten Reihe Einblick in ihre Bücher. Die AMAG hat wegen steigender Aluminiumpreise den Umsatz leicht gesteigert, aber einen Gewinnrückgang verbuchen müssen. Analysten bezeichnete das Zahlenwerk als "gemischt" und monierte vor allem einen Gewinneinbruch in der Sparte für Walzprodukte. Die Aktie verlor 1,3 Prozent, sie hatte sich im bisherigen Jahresverlauf bereits um mehr als ein Viertel verteuert. Der Mautsystemanbieter Kapsch TrafficCom berichtete für das Drittquartal deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn. Die Zahlen brachten jedoch wenig neue Erkenntnisse, da das Unternehmen bereits vergangene Woche eine Gewinnwarnung ausgegeben hatte. Die Papiere büßten ein Prozent ein."
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