ATX-Trends: ams, FACC, voestalpine, Zumtobel, Porr, OMV ...

Europas Börsen haben am Freitag etwas weiter zugelegt. Positiven Signalen im US-chinesischen Handelsstreit sowie einem Abkommen zwischen den USA und Japan wurde an den Märkten zuletzt durchaus Beachtung geschenkt, weniger Einfluss wurde dagegen einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump zugeschrieben. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 0,4%, was auf Wochensicht dennoch ein Minus von 0,7% bedeutete, was vor allem dem schwachen Wochenbeginn geschuldet war. Der französische Index konnte sich zum Wochenausklang um 0,4% verbessern, in Deutschland gab es sogar ein Plus von 0,8%, noch besser lief es in London wo die Börsianer einen Zuwachs von 1,0 erleben konnten. Bei den Einzelunternehmen erregte das klare Minus von Philips Aufsehen, die Aktie musste 5,4% schwächer schliessen nachdem sich einige Analysten skeptisch bezüglich der bevorstehenden Quartalszahlen geäußert hatten. Im Bieterkampf um Osram erhöhte ams das Angebot, nachdem die US-Finanzinvestoren Advent und Bain angekündigt hatten, das bisherige Offert zu überbieten, ams musste 2,2% schwächer schliessen, Osram konnte 5,4% zulegen. Etwas Schwung hingegen erhielten die Papiere des französischen Medienkonzerns Vivendi , nachdem sich die britische Investmentbank Barclays positiv zu den Papieren geäußert hatte, der europäische Mediensektor steigerte sich um 1,8%. Der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas will im Zuge seines Portfolio-Umbaus rund 600 Stellen in Deutschland und Dänemark streichen, die Papiere gaben dennoch um 0,6% nach. Tesco prüft laut einer Unternehmensmeldung den Verkauf des mit Schwierigkeiten kämpfenden Geschäfts in Polen, der Supermarktbetreiber konnte ein Tagesplus von 1,5% erzielen. BASF konnte bei dem Kapitalmarkttag die Investoren überzeugen, die Trennung von der Bauchemiesparte sowie angekündigten Sparmassnahmen brachten die Aktie 2,5% nach oben. Infineon litt unter dem enttäuschenden Gewinnausblick des Konkurrenten Micron Technologies und musste 1,9% abgeben.

Heute werden die Inflationsdaten für Deutschland, Italien und Spanien veröffentlicht, ebenso das BIP im 2. Quartal in Spanien, morgen folgen dann die Einkaufmanagerindices für die Industrie für Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland und die Eurozone sowie die Inflation in der Eurozone und am Donnerstag die Einkaufmanagerindices für Dienstleistungen für Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland und die Eurozone sowie die Einzelhandelsumsätze und die Erzeugerpreise in der Eurozone. Am Mittwoch werden von der britischen Supermarktkette Tesco Zahlen vorgelegt und am Freitag noch vom schwedischen Modeunternehmen Hennes und Mauritz.

Die heimische Börse konnte die Verlustserie von vier Tagen beenden und schloss zum Wochenausklang im Plus. Unterstützt von den positiven Signalen im globalen Handel beendete der ATX den Tag mit einem Aufschlag von 0,8%. Favoriten der Anleger waren besonders die Ölwerte, OMV ging mit einem Aufschlag von 2,8% aus dem Handel, noch deutlich besser lief es für die in den letzten Tagen arg gebeutelte Aktie von Schoeller-Bleckmann, der Ölfeldausrüster konnte um 3,4% vorrücken und war damit bester Wert am heimischen Markt zum Wochenausklang. Die Bawag konnte den Abwärtstrend beenden und 1,9% zulegen, auch die Raiffeisen war stark und stieg um 1,4% an, nicht ganz so gut lief es für die Erste Group , hier gab es einen Abschlag von 0,8%. Sehr gesucht war auch voestalpine mit einem Aufschlag von 2,7%, die Erholung bei Zumtobel wurde fortgesetzt, der Leuchtenhersteller schloss auch am Freitag mit einem Plus von 3,3%. Ebenfalls zu den Gewinnern zählte FACC , der Flugzeugzulieferer konnte um 1,5% vorrücken. Auf der Verliererseite war Porr zu finden, der Baukonzern musste mit einem Abschlag von 1,6% ins Wochenende gehen, auch für Do & Co verlief der Tag wenig zufriedenstellend, das Cateringunternehmen ging mit einem Abschlag von 1,5% aus dem Handel.

Die Furcht vor einer Verschärfung des Handelskonflikts mit China hat die US-Aktienmärkte am Freitag teils deutlich ins Minus gedrückt. Unter Druck gerieten insbesondere die stark konjunkturabhängigen Technologiewerte, die zudem unter einem enttäuschenden Ausblick des Chipherstellers Micron Technology litten. Der Dow Jones endete nach einem freundlichen Start um 0,3% tiefer, was auf Wochensicht ein Minus von 0,4% bedeutete, der S&P 500 büßte 0,5% ein und der Nasdaq 100 wurde am deutlichsten in Mitleidenschaft gezogen und endete 1,2% schwächer. Hauptauslöser für die wieder aufgekeimten Sorgen war ein Medienbericht, demzufolge die US-Regierung eine mögliche Begrenzung amerikanischer Kapitalströme in Richtung China erwägt. Micron Technology hatte bereits vor Handelsbeginn davor gewarnt, dass sich der Abschwung in der Chipbranche durch die Spannungen in den globalen Handelsbeziehungen noch weiterziehen könnte, die Aktien knickten als Schlusslicht im Nasdaq 100 um 11,1% ein. Angesichts der kolportierten Überlegungen des Weißen Hauses trennten sich die Anleger zudem von Aktien chinesischer Unternehmen, so sackten die Anteilscheine des E-Commerce-Konzerns JD.com um 6,0% ab, für die Papiere des Internetunternehmens Netease ging es um 4,6% nach unten und die Aktien des Suchmaschinenbetreibers Baidu verloren 3,7%. ExxonMobil leitete den Verkauf seiner norwegischen Aktivitäten in die Wege, die Anleger liess diese Meldung 

Vorbörslich sind die Märkte heute Montag zu Wochenbeginn in Europa leicht freundlicher indiziert. Die Börsen in Asien präsentieren sich uneinheitlich. Auf Unternehmensseite erhöhte AMS vergangenen Freitag das Angebot für Osram auf EUR 41 je Aktie (siehe unten). Makroökonomisch stehen in Europa die Verbraucherpreise und BIP Q2 (SPA), Arbeitslosenzahlen aus Deutschland und Gesamteuropa, BIP Q2 (GBR) sowie Verbraucherpreise für September 2019 (ITA), in den USA der Einkaufsmanagerindex Chicago im Fokus der Märkte. Börsen in Asien waren uneinheitlich, Europa unverändert indiziert.

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

AMS
Der heimische Halbleiterhersteller ams gab am Freitag bekannt das Übernahmeangebot für OSRAM von €38,5/Aktie auf €41/Aktie zu erhöhen (das endgültige Angebot). Ams hält per 27. September 14,69% der gesamten OSRAM-Aktien als direkte Beteiligung, jedoch ohne Berücksichtigung von Aktien, die bereits in das endgültige Angebot eingereicht worden sind. Damit ist ams der größte Aktionär von OSRAM basierend auf den letzten verfügbaren Informationen. Da das endgültige Angebot unverändert am 1. Oktober 2019, 24:00 MESZ ausläuft, fordert ams alle verbleibenden OSRAM-Aktionäre weiter auf, ihre Aktien vor dem 1. Oktober 2019 einzureichen und so sicherzustellen, dass sie von diesem überlegenen Angebot profitieren können. Am 16. September senkte ams die Mindestannahmeschwelle bereits von 70% auf 62,5%.
 



(30.09.2019)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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