Nachdem die Anleger in Europa in den letzten Tagen genug Gewinne mitgenommen hatten, kehrte gestern vorsichtiger Optimismus zurück und der EuroStoxx 50 konnte gegen Schluss zulegen und den Tag mit einem Plus von 0,5% beenden. Auch die anderen wichtigen Länderbörsen zeigten sich über weite Strecken des Tages unentschlossen, um dann gegen Handelsende ins Plus zu drehen. Einer der besonderen Favoriten war der zuletzt etwas in Mitleidenschaft gekommene Technologiesektor, der ein Plus von 1,0% erringen konnte. Hier halfen auch die guten Zahlen des Softwareunternehmens Amadeus, der spanische Konzern konnte ein Plus von 3,5% erzielen. Knapp dahinter rangierte bei den Sektoren der Medien- und Industriegütersektor, wo Siemens ein stolzes Plus von 4,6% erringen konnte. Der Technologiekonzern schnitt im zweiten Geschäftsquartal besser ab als befürchtet, zudem kündigte das Unternehmen an, die Energiesparte an die Börse bringen zu wollen und dort noch mehr zu sparen. Schwächster Sektor waren die Reise- und Freizeitunternehmen, hier lasteten Befürchtungen vor Einbussen auf Grund eines für heute avisierten Fluglotsenstreiks in Frankreich auf der Stimmung. International Consolidated Airlines fiel um 2,8%, aber auch der Reiseveranstalter TUI musste 3,8% abgeben. Schwach war gestern auch der Versorgersektor, nach unten gedrückt durch das spanische Unternehmen Endesa, wo die den schwachen Zahlen folgenden Analystenabstufungen den Titel 1,9% nach unten brachten. In Deutschland schraubte Wirecard die Profiterwartungen nach dem ersten Quartal nach oben, der Zahlungsabwickler konnte um 4,8% vorrücken. Das spanische Bauunternehmen Ferrovial meldete einen Quartalsverlust und musste um 2,9% schwächer schliessen als am Vortag.
Nicht an der späten Erholung in Europa partizipieren konnte der ATX , für das heimische Börsenbarometer ging es den bereits sechsten Tag in Folge Richtung Süden. Im Fokus standen in Wien Unternehmensergebnisse. Verbund profitierte im ersten Quartal von höheren Strompreisen und einer überdurchschnittlich hohen Wasserführung, Gewinn und Umsatz legten deutlich zu, der Stromproduzent stieg um 1,1%. Diese guten Ergebnisse verhalfen auch EVN zu einem Zuwachs von 1,5%. Lenzing verdiente im ersten Quartal wie erwartet weniger als im Vorjahr, allerdings sprachen Analysten von soliden Zahlen und der Faserhersteller konnte um 0,6% höher schliessen. Ähnlich die Situation bei Polytec , auch der Autozulieferer musste im ersten Quartal ein Umsatzminus verbunden mit Ergebnisrückgängen hinnehmen, auch das war in diesem Ausmaß erwartet und durch die Schwierigkeiten in Deutschland begründet, die Aktie konnte um 1,5% zulegen. Einen Kursgewinn von 2,6% konnte Do & Co verbuchen, die Berenberg Bank hatte die Bewertung des Cateringunternehmens aufgenommen und den Titel als einen „Kauf“ eingestuft. Leicht erholt präsentierten sich die Banken, die Bawag beendete den Handelstag unverändert, die Raiffeisen konnte sich um 0,3% befestigen, bei der Erste Group stand ein Plus von 0,5% zu Buche. Gesucht war auch Palfinger , der Kranhersteller konnte sich um 2,2% verteuern, und FACC , für den Flugzeugzulieferer gab es eine 1,5% höhere Schlussnotierung. Die Bauunternehmen hatten ebenfalls einen guten Tag, Strabag legte um 0,9% zu, für Porr ging es 1,8% nach oben. Gemischt verlief der Tag für die Versicherer, Uniqa war zu Handelsende um 2,7% stärker, die Vienna Insurance musste 1,0% schwächer schliessen. Auch für Semperit gab es wieder einmal einen guten Tag, der Gummihersteller befestigte sich um 1,7%.
An der Wall Street konnten sich die Kurse ebenfalls stabilisieren, nach den Abgaben des Vortags endete der Dow Jones unverändert, S&P 500 und Nasdaq 100 schlossen mit einem leichten Minus. Die Unsicherheit über den Zollstreit wirkt nach wie vor belastend für die Märkte und lässt im Moment keine klare Erholung zu. Einige der in den vergangenen Tagen stark belasteten Werte konnten sich von ihren Verlusten erholen, United Technologies war mit einem Plus von 1,2% Spitzenreiter im Dow Jones, auch Nike legte 0,3% zu. Ebenfalls zu den Gewinnern unter den großen Werten zählte Walt Disney mit einem Plus von knapp unter 1,2%. Electronic Arts konnte die Anleger mit Umsätzen überzeugen, die besser als erwartet ausfielen, und verbesserte sich um 1,2%. Für den Halbleiterkonzern Microchip ging es nach einem schwachen Ergebnis um 2,8% nach unten. Es war allgemein kein guter Tag für die Chipbranche, Intel war mit einem Minus von 2,5% größter Verlierer im Dow Jones, auf einer Investorenkonferenz musste der Konzern zugeben, für die nächsten drei Jahre nur mit einstelligen Umsatzzuwächsen zu planen. Hier wirkte auch der Umstand belastend, dass das US-Energieministerium bei einem neuen Supercomputer auf die Produkte des Konkurrenten AMD setzt, diese Titel konnte sich um 1,6% steigern. Aufsehen erregte ein Nebenwert, Workhorse Group kauft ein Werk von General Motors, auf Grund dieser Nachricht konnte sich der Aktienkurs mehr als verdreifachen.
Bei Öl gab es klare Erholungstendenzen, Brent schloss 0,7% höher, bei WTI kam es zu einer Verbesserung von 1,2%. Gold konnte die zwischenzeitlichen Gewinne nicht halten, das Edelmetall schloss nahezu unverändert bei einem Kurs von 1.281 US-Dollar. Der Euro zeigte ebenfalls im Handelsverlauf einiges an Stärke gegen den US-Dollar, auch hier waren die Zuwächse nur temporär und am Ende handelte das Währungspaar bei einem Wert von rund 1,119.
Vorbörslich sind die Märkte in Europa schwächer indiziert. Die Börsen in Asien schliessen mit Verlusten. Von der Unternehmensseite ist es heute relativ ruhig.
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