Ausgehend von den 1294,94 Punkten Ende 1997 schaffte es der ATX im 1. Halbjahr 1998 auf das bisherige Verlaufshoch von 1620 Punkten. Doch der Hochsommer brachte einen Aktiencrash, in dessen Folge der ATX wieder unter seinen Startwert von 1000 Punkten gefallen war.
Erst die Asienkrise, die die Börsen weltweit beschäftigte und dann die Russland-Krise, die die Wiener Börse stärker als die Leitmärkte bewegte; das waren die Trigger. Wieder einmal ging es um die geopolitische Lage Österreichs. Denn der S&P-500 schaffte bis Jahresende sogar wieder ein neues All-time-High, während in Wien unter dem Strich ein Jahresminus von 13,4 Prozent auf 1120,77 Punkte stehengeblieben ist.
Selbst deutlich sinkende Sekundärmarktrenditen am Bondmarkt konnten hier nicht entgegenwirken. Wenigstens legten die Handelsumsätze weiter zu und das gleich um 38 Prozent. Die volumsstärksten Papiere waren Bank Austria, OMV und VA Tech. Aufgrund der Asien- und Russlandkrise blieben Börsegänge Mangelware. In Wien sorgten in der ersten Jahreshälfte Austria Haustechnik und Do&Co für nur bescheidenes Anlegerinteresse. Auch der boomende Neue Markt in Frankfurt war für Österreicher interessanterweise im Jahr 1998 noch kein Thema. Die Destination hiess vielmehr Brüssel: S&T, Pankl Racing Systems und Eybl wählten für ihr IPO die paneuropäische Easdaq.
Auf der Kapitalerhöhungseite waren u. a. die Bank Austria und die Immofinanz tätig. Die Bank Austria nahm im Jahresverlauf in diesem Zusammenhang auch ihre Vorzüge, sowie die drei verbliebenen Kategorien der Creditanstalt von der Börse. Mit Krems Chemie, Nettingsdorfer und der SCA Laakirchen endeten zudem auch im Nebenwerte-Segment einige Börsestories.
Am letzten Tag des verkorksten Jahres kam es noch zu einem historischen Ereignis: Am 31.
Dezember 1998 wurden die Wechselkurse von Rudolf Edlinger, dem damaligen Ratsvorsitzenden der EU-Finanzminister, zwischen dem Euro und den einzelnen Währungen der Mitgliedstaaten unwiderruflich festgelegt, und der Euro wurde somit am 1. Jänner 1999 gesetzliche Buchungswährung.
Kurz darauf war die Schilling-Ära an der Wiener Börse vorbei, aber das betrifft ja bereits das Jahr 1999.
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(06.01.2011)