Börse für Anfänger: So gelingt der Einstieg

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Gastbeitrag, Gastbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


19.06.2020

Autor: Jannes Havermann

Die Börse bietet auch ganz normalen Privatleuten verlockende Möglichkeiten, ihr Geld zu vermehren. Allerdings handelt es sich um keinen Selbstläufer, der die finanzielle Lage sozusagen über Nacht verbessert. Wäre es so, würden sich noch viel mehr Menschen für diesen Weg entscheiden und dafür ihren eigentlichen Job an den Nagel hängen. Nein, das Trader-Dasein erfordert maximale Aufmerksamkeit und auch eine gewisse Frustrationstoleranz, denn Pechsträhnen lassen sich auf Dauer nie ganz vermeiden. Allerdings gibt es verschiedene Anfängerfehler, über die Sie als Anleger informiert sein sollten – das macht den Einstieg deutlich weniger holprig.

Auf der großen Börsen-Bühne erfolgreich mitzumischen, das bedeutet für den Neuling, sich schon vor dem Start gut vorzubereiten. Die folgende Liste trägt dazu bei, beim großen Geld Maß und Mitte zu halten und nicht nach Anfängermanier über die Stränge zu schlagen. Die meisten Punkte lassen sich ganz einfach befolgen – sie bilden nicht den direkten Weg zum finanziellen Glück, sondern stellen wichtige Leitplanken für Ihr zukünftiges Handeln an der Börse dar.

Anfängerfehler Nr. 1: Blindes Vertrauen

Wenn es um größere Geldgebeträge geht, ist blindes Vertrauen absolut fehl am Platz. Kein Normalbürger mit Durchschnittseinkommen kauft sich einen teuren Wagen, nur weil der Nachbar über den Gartenzaun ruft, dass dieses Fahrzeug einfach spitze ist. Eher basiert die Entscheidung, ein bestimmtes neues Fahrzeug zu kaufen, auf einem intensiven Preis-Leistungs-Vergleich und den daraus resultierenden sachlichen Überlegungen. So sollte es auch beim Aktienkauf sein: Informieren Sie sich gründlich, bevor Sie Ihr Geld in ein bestimmtes Wertpapier oder ein ETF investieren. Schauen Sie sich die Charts und sämtliche Fundamentaldaten sehr genau an und lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem alten Hasen beraten. Auf lange Sicht führt nichts darum herum, zu lernen, wie die Börse genau tickt und was das Kursgeschehen ausmacht.

Anfängerfehler Nr. 2: Kurzfristiges Denken

Aktienkurse schwanken, das tun sie immer. Im Durchschnitt bieten die Märkte aber eine Gewinnperspektive von ungefähr 9 Prozent pro Jahr – wenn die Anleger entsprechend geduldig sind. Die von Ihnen gewünschte Rendite ergibt sich also nicht aus einem linearen Kursverlauf, sondern daraus, dass sie den richtigen Moment zum Verkauf abpassen, und sei dieser auch Monate oder gar Jahre entfernt. Setzen Sie also nur die Finanzen ein, die Sie akut nicht benötigen, sonst geraten Sie allzu schnell unter Druck, Ihre Wertpapiere zu schlechten Bedingungen wieder abzustoßen. Richten Sie sich eher auf langfristige Geldanlagen ein, mit Mitteln, die Sie zu diesem Zweck problemlos erübrigen können. Nur so jucken Ihnen nicht an falscher Stelle die Füße, sobald es mal etwas brenzliger wird, sondern Sie können jederzeit ganz entspannt die Nerven bewahren.

Anfängerfehler Nr. 3: Der Spielerfehlschluss

Der Spielerfehlschluss ist ein allzu häufiger und damit auch typischer Anfängerfehler beim Aktienhandel an der Börse. Sein Ursprung liegt allerdings in einem ganz anderen Umfeld, nämlich in der Casino-Szene, genauer gesagt im Roulette. Der Spielerfehlschluss beruht auf dem fatalen Trugschluss, dass zufällige Ereignisse eher auftreten, wenn sie längere Zeit nicht ausgeblieben sind. Ein weiterer Name für diesen Fehler lautet „Monte Carlo Fehlschluss“, in Anlehnung an eine legendäre Situation im Casino de Monte Carlo im Jahr 1913. Hier fiel die Kugel beim geselligen Zeitvertreib Roulette bereits mehr als 20 Mal hintereinander auf Schwarz. Um den Tisch versammelten sich infolge dieser statistisch höchst unwahrscheinlichen Häufung immer mehr Spieler und setzten alles auf Rot, denn: „Rot war ja fällig“. Doch die schwarze Serie blieb bestehen und riss erst, als die meisten Teilnehmer bereits riesige Geldbeträge verloren hatten.

Anfängerfehler Nr. 4: Fear of Missing out

Dieser Fehler trägt einen englischen Namen, denn es handelt sich um eine Angst, die international nicht nur auf dem Trading-Sektor weit verbreitet ist. Im täglichen Leben taucht sie immer wieder auf, und sie verleitet teilweise zu fatalen Fehlreaktionen. Der FOMO-Effekt auf dem Börsenparkett äußert sich konkret in folgenden Verhaltensweisen: Anleger verkaufen ihre Wertpapiere viel zu früh, weil sie Angst haben, bereits vorhandene, geringe Gewinne wieder zu verlieren. Dadurch berauben sie sich aber der Möglichkeit, den Gewinn sogar noch zu steigern. Oftmals passiert es auch, dass Investoren einem bestehenden Hype folgen, weil sie denken, sonst etwas zu verpassen. Dabei befindet sich der Zug allerdings meist schon auf dem Weg zum nächsten Abstellgleis und statt des Gewinns folgt der Verlust. Die Angst, etwas zu verpassen, treibt uns allzu häufig dazu, der Masse zu folgen, statt sachorientierte Entscheidungen zu treffen.

Anfängerfehler Nr. 5: Starres Denken

Natürlich sollte ein Trader nicht jeden Hype mitmachen, dieses Thema haben wir bereits zu Genüge bearbeitet. Und doch reicht es nicht, immer nur stur seiner Wege zu gehen, weil Umstände sich erfahrungsgemäß ändern können. Treffen Sie zu Beginn eine feste Entscheidung, aber behalten Sie im Folgenden die Situation genau im Auge und stellen Sie sicher, dass Ihre Basis-Parameter erhalten bleiben. Sollten sich die Dinge massiv ändern, ist es an der Zeit, die Sache noch einmal genau zu überdenken und im Ernstfall die alten Pläne über den Haufen zu werfen. Schalten Sie dabei aber niemals Ihr wichtigste Werkzeug aus: Ihren Verstand. Eine gesunde Prise Flexibilität hat noch niemandem geschadet, eher im Gegenteil, sie gehört dazu, wenn Sie von einem lebendigen Marktgeschehen profitieren möchten.




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19.06.2020

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Die Börse bietet auch ganz normalen Privatleuten verlockende Möglichkeiten, ihr Geld zu vermehren. Allerdings handelt es sich um keinen Selbstläufer, der die finanzielle Lage sozusagen über Nacht verbessert. Wäre es so, würden sich noch viel mehr Menschen für diesen Weg entscheiden und dafür ihren eigentlichen Job an den Nagel hängen. Nein, das Trader-Dasein erfordert maximale Aufmerksamkeit und auch eine gewisse Frustrationstoleranz, denn Pechsträhnen lassen sich auf Dauer nie ganz vermeiden. Allerdings gibt es verschiedene Anfängerfehler, über die Sie als Anleger informiert sein sollten – das macht den Einstieg deutlich weniger holprig.

Auf der großen Börsen-Bühne erfolgreich mitzumischen, das bedeutet für den Neuling, sich schon vor dem Start gut vorzubereiten. Die folgende Liste trägt dazu bei, beim großen Geld Maß und Mitte zu halten und nicht nach Anfängermanier über die Stränge zu schlagen. Die meisten Punkte lassen sich ganz einfach befolgen – sie bilden nicht den direkten Weg zum finanziellen Glück, sondern stellen wichtige Leitplanken für Ihr zukünftiges Handeln an der Börse dar.

Anfängerfehler Nr. 1: Blindes Vertrauen

Wenn es um größere Geldgebeträge geht, ist blindes Vertrauen absolut fehl am Platz. Kein Normalbürger mit Durchschnittseinkommen kauft sich einen teuren Wagen, nur weil der Nachbar über den Gartenzaun ruft, dass dieses Fahrzeug einfach spitze ist. Eher basiert die Entscheidung, ein bestimmtes neues Fahrzeug zu kaufen, auf einem intensiven Preis-Leistungs-Vergleich und den daraus resultierenden sachlichen Überlegungen. So sollte es auch beim Aktienkauf sein: Informieren Sie sich gründlich, bevor Sie Ihr Geld in ein bestimmtes Wertpapier oder ein ETF investieren. Schauen Sie sich die Charts und sämtliche Fundamentaldaten sehr genau an und lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem alten Hasen beraten. Auf lange Sicht führt nichts darum herum, zu lernen, wie die Börse genau tickt und was das Kursgeschehen ausmacht.

Anfängerfehler Nr. 2: Kurzfristiges Denken

Aktienkurse schwanken, das tun sie immer. Im Durchschnitt bieten die Märkte aber eine Gewinnperspektive von ungefähr 9 Prozent pro Jahr – wenn die Anleger entsprechend geduldig sind. Die von Ihnen gewünschte Rendite ergibt sich also nicht aus einem linearen Kursverlauf, sondern daraus, dass sie den richtigen Moment zum Verkauf abpassen, und sei dieser auch Monate oder gar Jahre entfernt. Setzen Sie also nur die Finanzen ein, die Sie akut nicht benötigen, sonst geraten Sie allzu schnell unter Druck, Ihre Wertpapiere zu schlechten Bedingungen wieder abzustoßen. Richten Sie sich eher auf langfristige Geldanlagen ein, mit Mitteln, die Sie zu diesem Zweck problemlos erübrigen können. Nur so jucken Ihnen nicht an falscher Stelle die Füße, sobald es mal etwas brenzliger wird, sondern Sie können jederzeit ganz entspannt die Nerven bewahren.

Anfängerfehler Nr. 3: Der Spielerfehlschluss

Der Spielerfehlschluss ist ein allzu häufiger und damit auch typischer Anfängerfehler beim Aktienhandel an der Börse. Sein Ursprung liegt allerdings in einem ganz anderen Umfeld, nämlich in der Casino-Szene, genauer gesagt im Roulette. Der Spielerfehlschluss beruht auf dem fatalen Trugschluss, dass zufällige Ereignisse eher auftreten, wenn sie längere Zeit nicht ausgeblieben sind. Ein weiterer Name für diesen Fehler lautet „Monte Carlo Fehlschluss“, in Anlehnung an eine legendäre Situation im Casino de Monte Carlo im Jahr 1913. Hier fiel die Kugel beim geselligen Zeitvertreib Roulette bereits mehr als 20 Mal hintereinander auf Schwarz. Um den Tisch versammelten sich infolge dieser statistisch höchst unwahrscheinlichen Häufung immer mehr Spieler und setzten alles auf Rot, denn: „Rot war ja fällig“. Doch die schwarze Serie blieb bestehen und riss erst, als die meisten Teilnehmer bereits riesige Geldbeträge verloren hatten.

Anfängerfehler Nr. 4: Fear of Missing out

Dieser Fehler trägt einen englischen Namen, denn es handelt sich um eine Angst, die international nicht nur auf dem Trading-Sektor weit verbreitet ist. Im täglichen Leben taucht sie immer wieder auf, und sie verleitet teilweise zu fatalen Fehlreaktionen. Der FOMO-Effekt auf dem Börsenparkett äußert sich konkret in folgenden Verhaltensweisen: Anleger verkaufen ihre Wertpapiere viel zu früh, weil sie Angst haben, bereits vorhandene, geringe Gewinne wieder zu verlieren. Dadurch berauben sie sich aber der Möglichkeit, den Gewinn sogar noch zu steigern. Oftmals passiert es auch, dass Investoren einem bestehenden Hype folgen, weil sie denken, sonst etwas zu verpassen. Dabei befindet sich der Zug allerdings meist schon auf dem Weg zum nächsten Abstellgleis und statt des Gewinns folgt der Verlust. Die Angst, etwas zu verpassen, treibt uns allzu häufig dazu, der Masse zu folgen, statt sachorientierte Entscheidungen zu treffen.

Anfängerfehler Nr. 5: Starres Denken

Natürlich sollte ein Trader nicht jeden Hype mitmachen, dieses Thema haben wir bereits zu Genüge bearbeitet. Und doch reicht es nicht, immer nur stur seiner Wege zu gehen, weil Umstände sich erfahrungsgemäß ändern können. Treffen Sie zu Beginn eine feste Entscheidung, aber behalten Sie im Folgenden die Situation genau im Auge und stellen Sie sicher, dass Ihre Basis-Parameter erhalten bleiben. Sollten sich die Dinge massiv ändern, ist es an der Zeit, die Sache noch einmal genau zu überdenken und im Ernstfall die alten Pläne über den Haufen zu werfen. Schalten Sie dabei aber niemals Ihr wichtigste Werkzeug aus: Ihren Verstand. Eine gesunde Prise Flexibilität hat noch niemandem geschadet, eher im Gegenteil, sie gehört dazu, wenn Sie von einem lebendigen Marktgeschehen profitieren möchten.




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