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ATX-Trends: OMV und Palfinger mit Zahlen (Mario Tunkowitsch, Wiener Privatbank)

  • Nach drei Gewinntagen in Folge legten die europäischen Börsen gestern eine kleine Verschnaufpause ein und mussten leicht abgeben. Die EZB hätte es in der Hand gehabt, durch etwas positivere Kommentare den Börsen neuen Aufwind zu verleihen, aber das Statement zur wirtschaftlichen Lage fiel nur leicht unverändert aus und brachte daher nicht die notwendigen Impulse. Nach wie vor sehen die Währungshüter die wirtschaftliche Entwicklung nicht so positiv, wie viele Investoren das gerne hätten.
     
  • Bankenwerte präsentierten sich gestern sehr schwach, Deutsche Bank rutschte fast 3,7% ab, Intesa Sanpaolo verlor 2,4% und BBVA schloss 2,0% tiefer. Auch der Ölsektor war unter den schwächsten, Total nutze ein kräftiger Gewinnsprung im ersten Quartal nichts, die Aktie gab fast 1,2% ab. Nokia hingegen profitierte davon, dass Umsatz und Gewinn nicht so stark gesunken waren wie befürchtet und konnte mehr als 4,3% zulegen. Roche konnte ein unerwartetes Umsatzplus dank seiner Krebsmittel erzielen und wurde von den Anlegern mit 1,0% Kurszuwachs belohnt.
     
  • Auch der ATX schloss gestern schwächer und beendete damit die sechstägige Gewinnserie. Verkaufsdruck gab es bei RBI . Im Zuge der europäischen Sektorenschwäche  gab der Titel 3,0% ab. Durch die deutlich tieferen Ölpreise verloren auch die Ölwerte jeweils rund 1,0%. Andritz büßte 1,6% ein, Telekom Austria verbilligte sich um 1,5%. Zwei negative Analystenmeinungen bleiben bei Porr unbeachtet, die Aktie konnte 1,8% zulegen. RCB hatte ebenso wie HSBC das Kursziel des Titels gesenkt.
     
  • Leicht positiv gingen die wichtigsten Indices in den USA aus dem Handel, besonders bei Technologiewerten griffen die Anleger vermehrt zu, was dem Nasdaq zu einem Kursgewinn von 0,4% verhalf.  Die gestrigen Makrodaten bleiben auf hohem Niveau leicht hinter den Erwartungen zurück, aber im Blickpunkt der Anleger standen vor allem Unternehmenszahlen. So schoss beispielsweise Paypal dank starker Zahlen 6,2% nach oben. Potash konnte die Prognose erhöhen, was zu einem Zuwachs von 2,2% verhalf.  Öl erlitt gestern deutliche Verluste, WTI gab 1,3% ab, Brent 0,7%. Nachdem am Mittwoch der überraschend starke Rückgang der Rohöllagerbestände den Preisen Auftrieb verliehen hatte, sorgten gestern gestiegene Benzin- und Destillatbestände für die Gegenbewegung. Gold schloss nach einem ruhigen Handelsverlauf 0,4% tiefer.
     
  • Der Euro wurde durch die Erwartung weiter niedriger Leitzinsen belastet und fiel während der Pressekonferenz  auf fast 1,085 zum US-Dollar, um dann am Abend wieder leicht höher bei 1,087 zu handeln. Dass sich die zinstechnische Attraktivität auf absehbare Zeit nicht verbessern wird, belastete die Gemeinschaftswährung. Vorbörslich sind die Märkte praktisch unverändert indiziert. Die asiatischen Börsen schliessen mit leichten Abschlägen.
     

UNTERNEHMEN


OMV  

Gute News gibt es von dem heimischen Ölkonzern zu vermelden. OMV steigert das Ergebnis deutlich. Im 1. Quartal 2017 hat der Konzern ein CCS operatives Ergebnis vor Sondereffekten von rund 800 Mio. € erzielt, was deutlich über den 262 Mio. € vom 1. Quartal 2016 liegt. Im Geschäftsbereich Upstream haben höhere Öl- und Gaspreise zusammen mit höheren Verkaufsvolumina sowie Währungseffekten in Höhe von rund 380 Mio. € positiv zum Ergebnis beigetragen. Abschreibungen in Geschäftsbereichen Upstream und Downstream waren rund 70 Mio. € geringer.die endgültigen Quartalsergebnisse werden am 11. Mai veröffentlicht.

Palfinger

Veröffentlichte heute Morgen die Ergebnisse für das erste Quartal 2017. Der Umsatz lag mit €361,9Mio. um 13,5% über dem Vorjahreswert. Neben der Integration von Harding, dem bisher größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte, profitierte das Unternehmen auch von einer starken Nachfrage nach Kränen in den Regionen EMEA und GUS. Dementsprechend stieg das bereinigte EBITDA um 18,7% auf €50,9Mio. während das EBIT auf €36,6Mio. zulegen konnte nach €32Mio. im Vorjahr. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 4,1% auf €19,4Mio., wobei €5Mio. an Restrukturierungskosten verbucht wurden. Aufgrund der geringen Investitionen im Bereich Öl&Gas rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem verhaltenen Umfeld im Segment SEA, während im deutlich größeren Bereich LAND aufgrund des guten Ausblicks in der GUS–Region sowie in China weiteres Wachstum erzielt werden könnte.

Umsatz: €361,9Mio. (362,5e); EBITDA (bereinigt): €50,9Mio. (43,6e); EBIT: €31,6Mio. (36,7e); Nettoergebnis: €19,4Mio. (18,7e)



(28.04.2017)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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