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„Börse könnte Teile der Gewinne zweckwidmen“ (Interview Thomas Melzer, Wolford)

Thomas Melzer (Wolford) beim 5. Small Cap Day - Wiener Börse / C.I.R.A.    >> Öffnen auf photaq.com



 Wolford feierte Mitte Februar 20 Jahre Börsenotiz in Wien. CFO Thomas Melzer im Fachheft-Talk über die Turnaround-Story, eine Research-Idee,150.000 Facebook-Fans und die Glamour-Welt.

Herr Melzer, Wolford feiert heuer nicht nur das 65. Jahr der Unternehmensgeschichte, im Februar jährte sich auch das IPO zum 20. Mal. Ein schönes Jubiläum. Wird eine Glamour-Aktie, deren Produkte u.a. von Madonna, Beyonce oder Kylie Minogue getragen bzw. präsentiert werden, in unseren Breitengraden von den Investoren verstanden?

Thomas Melzer: Ja. Viele Investoren in Österreich und der Schweiz kennen Wolford schon lange und es gibt regelmäßigen Kontakt. Deutsche Investoren sind aufgrund der geringen Liquidität unserer Aktie dagegen schwer anzusprechen. Tatsächlich ist es so, dass wir aufgrund unserer glamourösen Marke Zugang zu Investoren haben, die sich sonst keine Zeit für unsere Equity Story nehmen würden. Wir sind aktuell eine Turn-
around-Story, und potenzielle Investoren noch zurückhaltend, weil sie die ersten Ergebnisse der Refokussierung sehen wollen.

Der IR-Bereich der Website ist in Deutsch, English und Chinesisch verfügbar. Welche Bedeutung haben chinesische Investoren für Wolford?

Ich hatte bisher noch mit keinem chinesischen Investor Kontakt. Wir haben einige Basisinformationen zu unserem Unternehmen auf Chinesisch im Web, damit wir in diesem wichtigen Wachstumsmarkt die Visibilität für die Marke Wolford und unserer Produkte erhöhen. Oft will sich der Kunde, ein Partner, Vermieter, etc. über das Unternehmen informieren, das hinter einer Marke steht.

Bei Wolford gibt es neben den Roadshows noch echte Shows wie Life Ball, Oscar-Verleihung; Wolford sponserte hier zuletzt einiges. Inwieweit ist da auch die Aktie ein Thema bzw. sind Investoren vor Ort?

Investoren laden wir zu diesen Events nicht ein. Sponsorings sollen unsere Visibilität in der Fashion-Branche stärken, die Marke begehrlicher machen und Content für die Ansprache unserer Kundinnen generieren.

Wolford war sechs Jahre lang, von 1996 bis 2002, im ATX. Welche Indizes sind heute für euch wichtig? Und was sind eure Peers?

Wir sind im Prime Market und im Global Players Index der Wiener Börse vertreten. Obwohl wir aufgrund unserer Ausrichtung auf Legwear und körpernahe Produkte schon einzigartig und schwer zu vergleichen sind, schauen wir auf börsenotierte Peers der Fashion-Branche wie Hugo Boss, Calida, Gerry Weber, Burberry, Brunello Cucinelli, Moncler, etc. Und dann gibt es natürlich einige Luxury Goods Indexes.

Ein paar Worte zum neuen CEO, bitte …

Ashish Sensarma ist am 7. Jänner als CEO gestartet. Da er sehr viel internationale Erfahrung in der Fashion-Branche mitbringt und ein echter Retail-Experte ist, brauchte er nicht viel Zeit, um sich einzuarbeiten. Die Zusammenarbeit im Vorstandsteam funktioniert bisher sehr gut.

Sie haben weiters eine neue Incentive-Systematik im Unternehmen ausgerollt. Was ist damit gemeint?

Wir haben die Mitarbeiter im Vertrieb deutlich stärker auf Like-for-Like-Wachstum und damit auf das, was wirklich Wert schafft, ausgerichtet.

Welche Ziele hat Wolford für 2015?

Unser Geschäftsjahr endet am 30.4.2015, und das Ziel ist ein positives EBIT. Langfris-tig wollen wir profitabel wachsen und eine EBIT-Marge von 10% erwirtschaften.

Wolford hat auf Facebook rund 152.000 Fans. Kann man über Social Media Kunden für Luxus-Legwear, die DNA des Unternehmens, gewinnen?

Digital Marketing wird im Fashion- und Luxus-Bereich zunehmend wichtig. Insbesondere für Wolford, da sich unsere Produkte, vor allem die Legwear, hervorragend für diesen Vertriebskanal eignen – das aufgrund von geringem Gewicht und Größe, hoher Wiederkaufbereitschaft unserer Kundinnen aufgrund der herausragenden Qualität und Passform unserer Produkte. Gleichzeitig wollen wir über Social Media neue, jüngere Zielgruppen ansprechen und die Marke schrittweise modernisieren.

Nochmal zur Aktie: 2013 legte die Wiener Börse zu, Wolford hat verloren; 2014 war die Wiener Börse schwach, Wolford stark. 2015 gab es einen guten Jahresbeginn, Wolford hinkt noch nach. Ihre Interpretation?

Die Interpretation der Kursentwicklung einer Aktie oder ganzer Kapitalmärkte überlasse ich den Analysten.

Haben Sie einen Wunsch an die Wiener Börse?

Ja, mehr öffentliche Aufklärung Richtung Politik, Medien und junger Menschen über die Bedeutung eines funktionierenden Kapitalmarkts für die Wirtschaft eines Landes sowie die zweckgewidmete Senkung der Handelsspesen. Zum zweiten Punkt: Aus meiner Sicht erfüllt die Wiener Börse eine volkswirtschaftliche Funktion. Das ist die Priorität und nicht die Erwirtschaftung hoher Gewinne. Sie könnte also einen Teil ihrer Umsätze zweckwidmen, bspw. durch die Gewährung günstigerer Handelsspesen an Broker, die Aktien-Research für kleine Unternehmen erbringen. Das würde das Interesse an österreichischen Aktien verbreitern und sich mit Zeitverzögerung wieder positiv auf die Handelsumsätze und damit die Gewinne der Wiener Börse auswirken.

Abschliessend: Diese Fachheft-Nummer hat einen Mittelstands-Schwerpunkt. Was ist Ihrer Meinung nach Mittelstand an der Börse. Ist Wolford Mittelstand?

Aus Unternehmenssicht ist Wolford Mittelstand. An der Börse sind wir ein Mikro-Cap. Aber das muss ja nicht immer so bleiben.

Aus dem Fachheft 30, im Fast Forward Modus hier bzw. zum Download hier



(08.03.2015)



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Christian Drastil
Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
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