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ATX-Trends: SBO, FACC, AT&S, OMV, Strabag ... (Wiener Privatbank)


Ein sinkender Euro-Kurs sowie die festere Wall Street haben Europas wichtigsten Aktienmärkten am Dienstag wieder Auftrieb gegeben. Allerdings war der Handel vor der Sitzung der Fed doch von einiger Vorsicht dominiert. Bei den Sektoren hatten europaweit die Finanztitel die Nase vorn, sie konnten in Summe gesehen 1,3% zulegen. Am anderen Ende des Kurstableaus waren die Telekommunikationstitel zu finden, hier gab es einen Abschlag von 1,0%. Rio Tinto hat eine Kohlemine in Australien sowie die Mehrheit an einer weiteren Förderstätte an Glencore für 1,7 Milliarden Dollar verkauft, Investoren honorierten diesen weiteren Schritt des Minenkonzerns zum Ausstieg aus der Kohleförderung mit einem Plus von 1,7%. Glencore musste im Gegenzug 0,3% abgeben. Michelin übernimmt den britischen Förderbandhersteller Fenner und ist bereit, dafür eine deutliche Prämie zu zahlen, der Kurs von Fenner sprang daraufhin fast 25,0% nach oben. Auch für Michelin wurde dieser Schritt positiv gesehen, der französische Industriekonzern konnte 1,2% fester schliessen. Lufthansa profitierte von einer Hochstufung durch Analysten und legte 2,7% zu, auch die Deutsche Börse profitierte von einer neuen Kaufempfehlung und erreichte ein Plus von 2,4%. Gegenteiliges widerfuhr Henkel , nach einer negativen Analystenstimme musste der Titel 1,4% abgeben.

Deutlich im Plus konnte gestern auch der ATX schliessen, die Investoren griffen dank einer deutlichen Erholung in den USA und gut ausgefallenen Daten zur Verbraucherstimmung in Europa wieder zu. Vor allem die beiden ATX-Neulinge zeigten eine eindrucksvolle Performance, AT&S schloss 6,1% höher, bei FACC betrug das Kursplus gar 7,1%. Die Ölwerte profitierten von steigenden Rohölkursen, Schoeller-Bleckmann stieg um 2,5% an, OMV beendete den Handel mit einem Aufschlag von 0,6%. Bei Mayr-Melnholf resultierte die Vorlage der Geschäftszahlen nicht in einem Kursplus, die Aktie des Kartonherstellers schloss 0,5% schwächer. Strabag baut einen Büroturm in Bukarest, der Auftrag im Gegenwert von 39 Millionen Euro hatte keine Auswirkungen auf die Kurse, der Baukonzern beendete den Handel mit exakt demselben Kurs wie am Vortag. Die Banktitel profitierten von der guten Sektorenstimmung in Europa, Bawag schloss 1,0% höher, die Erste Group erzielte ein Plus von 1,3% und auch Raiffeisen konnte den Tag mit einer 0,7% höheren Notierung beenden.

Die Börsen in den USA konnten die Vortagsverluste abschütteln und einiges an Biden gutmachen. Allerdings blieben die Anleger doch eher zurückhaltend, vor der heutigen Sitzung der Fed, bei der eine Zinserhöhung mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit angenommen wird, wollten viele kein Risiko eingehen. Entscheidend wird nicht die Änderung des Leitzinssatzes sein, sondern die Formulierung zur Begründung, da daraus Rückschlüsse auf den weiteren Zinserhöhungskurs zu erwarten sind. Unter den Einzelwerten stand erneut Facebook mit einem Verlust von 2,6%im Anlegerfokus. Bereits am Montag hatte es schwere Verluste gegeben. Nach dem Skandal um den massiven Missbrauch von Nutzer-Informationen durch die Datenanalyse-Firma des Wahlkampfteams von Donald Trump schlittert die Online-Plattform in eine schwere Krise. Oracle berichtete eine hohe Sonderlast auf Grund der Steuerreform und musste 9,4% abgeben. Nach unten ging es auch für Twitter , nachdem laut Medienberichten die israelische Regierung eine Klage gegen den Kurznachrichtendienst wegen nicht gelöschten Aufrufen zu Gewalt gegen den Staat Israel erwägt, gab es ein Minus von 10,4%.

Die Ölpreise legten auf Grund von Gerüchten über neue Sanktionen gegen den Iran zu, Brent verzeichnete ein Plus von 2,1%, WTI schloss 2,2% höher. Gold musste leicht abgeben und wurde gegen Abend bei rund 1.312 ZS-Dollar gehandelt. Der Euro tendierte deutlich schwächer, gegen Tagesende wurde die Gemeinschaftswährung bei einem Kurs von rund 1,226 zum US-Dollar gehandelt.

Vorbörslich sind die europ. Börsen leicht positiv indiziert. Die asiatischen Börsen schließen uneinheitlich. Von der Makroseite steht die Leitzinsentscheidung der Fed im Fokus. In Österreich berichtete Schoeller-Bleckmann Ergebnisse (Details siehe unten).

UNTERNEHMENSNACHRICHTEN

SBO AG

legte heute Morgen die finalen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2017 vor, nachdem im Jänner bereits vorläufige Zahlen vorgelegt wurden. Der Umsatz konnte um über 77% angehoben werden auf €324,2Mio., während das EBITDA bei €74,7Mio. lag nach €-2,5Mio. im Vorjahr. Das EBIT betrug €25,6Mio. nach €-58,3Mio. im Vorjahr. Das Finanzergebnis wurde jedoch von einer Optionsbewertung negativ beeinflusst (wie bereits im Jahresverlauf bekannt gegeben), weswegen das Nettoergebnis bei €-54,4Mio. lag, ggü. €-28Mio. im Vorjahr. Als Dividende sollen wie erwartet €0,5/Aktie ausbezahlt werden. Der Auftragseingang konnte mit €342Mio. mehr als verdoppelt werden (2016: €169,3Mio.), der Auftragsstand lag mit €37,6Mio. jedoch historisch noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau. Wie üblich gibt das Unternehmen keine konkrete Guidance, aufgrund der Ölpreisanstieges und damit einhergehenden Attraktivität von Bohrprojekten geht das Unternehmen jedoch von einer weiteren Erholung der Märkte aus.
 
FY17: Umsatz: €324,2Mio.  (Vj.: 183); EBITDA: €74,7Mio. (-2,5) EBIT: €25,6Mio. (-58,3) Nettoergebnis: €-54,4Mio. (Vj.: -28)



(21.03.2018)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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