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ATX-Trends: RHI, voestalpine, Lenzing, Polytec, SBO, OMV (Mario Tunkowitsch, Wiener Privatbank)


Die europäischen Börsen konnten gestern an die jüngsten Kursgewinne anknüpfen und weiter zulegen. Unterstützung erhielt der gestrige Anstieg durch den auf Grund der US-Daten nachgebenden Euro. Eine Ausnahme bildete wieder die Londoner Börse, die auf Grund des stärkeren Pfunds leicht negativ schloss. Zusätzlich drückten noch die schwachen Minenwerte auf den Footsie. Auch europaweit war diese Branche die schwächste, nachgebende Metallpreise, etwa bei Kupfer und Zink, führten den Sektor zu einem Tagesminus von mehr als 1,7%. Vivendi und Schneider Electric profitierten von positiven Analystenkommentaren und neuen Kaufempfehlungen, Vivendi legte 2,8% zu, Schneider konnte den Tag 1,7% höher beenden. Auch Merck profitierte von einer frischen Kaufempfehlung durch Berenberg und  legte knapp 2,0% zu.

Entgegen dem europäischen Trend schloss der ATX gestern leicht im Minus. Bei den Einzelwerten dämmte Voestalpine die anfänglichen deutlichen Kursverluste im Tagesverlauf ein, bei Handelsschluss stand ein Minus von lediglich 0,4% zu Buche. Der Linzer Stahlkonzern steht in Deutschland unter Kartellverdacht. Das deutsche Bundeskartellamt hatte am Dienstag in den Geschäftsräumen in Linz eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Weiter abwärts ging es für Lenzing mit einem zusätzlichen Abschlag von 2,7%. Bereits an den beiden vorangegangen Handelstagen war der Faserhersteller der schwächste Wert im Index gewesen. Polytec hingegen glänzte mit einem Tagesplus von knapp 6,0% und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende Juni. Die Ölwerte profitierten von der Erholung beim Ölpreis, Schoeller-Bleckmann war stärkster Wert im ATX und schloss 2,9% höher,  auch OMV konnte nach Kursverlusten im Frühhandel den Tag mit einem Zuwachs von 0,8% beenden.

Der Handel in den USA verlief eher schleppend. Am Tagesende standen zwar Zuwächse bei allen drei Indices zu Buche, der S&P500 erreichte ein neues Rekordhoch, allerdings fiel das Tagesplus bei den Indices mit rund 0,1% doch eher beschieden aus. Dass die Erzeugerpreise gestiegen waren konnte die Stimmung auch nicht wirklich verbessern, sonst blieb es ein nachrichten- und datenarmer Börsentag. Bei Apple bestimmten Analystenstimmen zum neuen iPhone das Handelsgeschehen, die Reaktionen waren zurückhaltend bis pessimistisch, was die Anleger bewog, Kasse zu machen und zu einem Rückgang der Aktien von knapp 0,8% führte. Interesse erweckte das Tauziehen um die Chipsparte von Toshiba, einer der Interessenten, Western Digital, Joint-Venture-Partner von Toshiba, musste 3,4% abgeben. Stark waren die Ölwerte, die von einer optimistischeren Nachfrageprognose durch die Internationale Energieagentur profitierten, Chevron beispielsweise legte 1,5% zu.

Weiter beflügelt zeigte sich der Ölpreis, auch durch die erhöhten Nachfrageerwartungen, Brent schloss 1,6% stärker, WTI legte gar 2,2% zu. Gold musste am Nachmittag dem erstarkenden US-Dollar Tribut zollen und wurde leicht schwächer knapp unter 1.325 Dollar gehandelt. Höhere Erzeugerpreise in den USA führten zu dieser Stärke des Greenbacks, gegen Abend wurde er gegenüber dem Euro bei rund 1,19 gehandelt.
 
Vorbörslich sind die europäischen Börsen unverändert indiziert. Die asiatischen Märkte schließen uneinheitlich. Von der Makroseite steht heute das Ergebnis der Sitzung der Bank of England (13 Uhr)und US-Inflationszahlen im Fokus. Von der Unternehmensseite meldete RHI Zahlen (Details siehe unten).

Unternehmensnachrichten

RHI

Der heimische Feuerfesthersteller legte heute Morgen Zahlen für das erste Halbjahr 2017 vor, die stark von Einmaleffekten geprägt waren. Der Umsatz lag mit €855,8Mio. um 3,1% über dem Vorjahr, das operative Ergebnis ging jedoch auf €59Mio. zurück nach €70,2Mio. im H1/16. Dabei wurde das Ergebnis unter anderem durch Einmaleffekte von insgesamt €21,8Mio. belastet, die auf die bevorstehende Fusion mit Magnesita sowie negative Wechselkurseffekte zurückzuführen sind. Das EBIT lag mit €49,6Mio. ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert von €68,6Mio. Dementsprechend lag das Nettoergebnis mit €25,7Mio. um knapp ein Drittel unter dem Wert des H1/16 von €38,9Mio. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen jedoch von einem positiven Marktumfeld aus, wenngleich der geplante Zusammenschluss mit Magnesita weitere externe Kosten verursachen könnte. Das Closing der Transaktion sowie der erste Handelstag an der Börse in London werden für Ende Oktober erwartet. 
 
H1/17: Umsatz: €855,8Mio. (861,3e); EBITDA: €89,2Mio. (91,7e) EBIT: €49,6Mio. (60,5e) Nettoergebnis: €25,7. (34,3e)
 



(14.09.2017)



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Mario Tunkowitsch

Research Wiener Privatbank

>> https://www.wienerprivatbank.com


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