Fünf Tage vor der ersten großen Bilanzvorlage unter dem neuen CEO Luka Mucic steht Vonovia unter Druck. Die Aktie notiert knapp unter 24 Euro — rund 20 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom Mai 2025. Der Markt wartet, und die Nervosität ist spürbar.
Am 19. März veröffentlicht Vonovia seinen vollständigen Geschäftsbericht für 2025. Für Investoren steht dabei vor allem der Schuldenabbau im Mittelpunkt. Das Verhältnis von Nettoschulden zum bereinigten EBITDA verbesserte sich zuletzt von 15,1 auf 14,0 — ein Fortschritt, der aber verdeutlicht, wie lang der Weg noch ist. Der Zielkorridor für 2026 liegt bei 13,0 bis 14,0, der Schuldenabbau bleibt damit Dauerthema.
Analysten erwarten für 2025 ein EBITDA von durchschnittlich 2,8 Milliarden Euro — rund elf Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Ein Teil dieses Anstiegs dürfte allerdings auf Bewertungsgewinne im Portfolio zurückgehen. Wie viel operative Substanz dahintersteckt, wird erst der vollständige Jahresbericht zeigen.
JPMorgan hält trotz des Kursrückgangs an seiner Einschätzung fest: Die US-Bank bestätigte zuletzt ihr Kursziel von 36 Euro und das Rating „Overweight".
Vonovia hat die Fälligkeitsstruktur seiner Schulden zuletzt aktiv verlängert. Im November 2025 platzierte der Konzern drei Eurobond-Serien mit einem Gesamtvolumen von 2,25 Milliarden Euro — zu durchschnittlich 3,96 Prozent und mit Laufzeiten von 7, 11 und 15 Jahren. Die Emission war 3,4-fach überzeichnet. Mitte Februar folgte eine Yen-Anleihe über knapp zehn Milliarden Yen, deren Erlöse gezielt für den Rückkauf kurzfristiger Euro-Verbindlichkeiten bis 2027 genutzt werden sollen.
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Strukturell bleibt die Zinssensitivität das zentrale Problem. Steigende Finanzierungskosten drücken auf die Margen — ein Druck, der sich nicht schnell auflöst. Hinzu kommt das politische Risiko: Sollte die neue Bundesregierung die Mietpreisbremse verschärfen, könnte das die Einnahmeseite dauerhaft belasten.
Auf der anderen Seite stützen stabile Mieteinnahmen aus rund 415.000 Wohnungen die Ertragskraft. Ein anhaltender Neubaumangel in Deutschland gilt als fundamentale Stütze für Immobilienbewertungen — und spricht mittelfristig für das Geschäftsmodell.
Bestätigt Mucic am 19. März die Guidance und liefert einen stabilen Ausblick auf 2026, könnte das der Aktie Halt geben. Überraschungen auf der Verschuldungsseite oder eine Prognosekorrektur dürften dagegen weiteren Verkaufsdruck auslösen. Nach den Jahreszahlen folgen die Q1-Ergebnisse am 7. Mai und die Hauptversammlung am 21. Mai.
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