Aus den Morning News der Wiener Privatbank: Der Wiener Aktienmarkt hat gestern Dienstag den Handel mit klaren Kursgewinnen beendet. Der Leitindex ATX stieg um 1,37 Prozent auf 4.365,51 Punkte. Der ATX Prime schloss 1,38 Prozent höher bei 2.189,42 Zählern. Auch das europäische Umfeld zeigte sich einheitlich stark. Zudem tendierten die US-Aktienmärkte freundlich. Die Waffenruhe zwischen dem Iran und Israel steht weiterhin im Fokus. Zwar gab es von den Kriegsparteien gegenseitige Vorwürfe, dass die Waffenruhe verletzt worden sei. Laut dem US-Präsidenten Donald Trump ist sie aber weiter in Kraft. Ein Einbruch der Ölpreise auf das Vorkriegsniveau wurde von einem Marktbeobachter als Ausdruck großer Erleichterung bei den Anlegern gewertet. Ölaktien zählten allerdings angesichts der deutlichen Ölpreisrückgänge europaweit zu den größeren Verlierern.
In Wien zeigten sich OMV mit einem Abschlag von 1,9 Prozent. Beim Ölfeldausrüster SBO gab es nach schwächerem Verlauf noch ein kleines Plus von 0,3 Prozent. Die Titel des Energieversorgers Verbund büßten knapp zwei Prozent ein und EVN verloren 1,9 Prozent. Unter den weiteren Indexschwergewichten gewannen Voestalpine 2,6 Prozent. Der Stahlkonzern hat einen Liefervertrag mit dem chinesischen Elektroauto-Riesen BYD abgeschlossen. Bei den Bankwerten zogen Erste Group um 3,7 Prozent nach oben. Raiffeisen Bank International verteuerten sich um 3,6 Prozent und Bawag schlossen 2,5 Prozent im Plus. Deutlich nach oben mit plus 7,2 Prozent ging es auch für die AT&S-Aktie. Am Vortag hatten die Titel des Leiterplattenherstellers noch mehr als 7,5 Prozent verloren. Von Analystenseite meldete sich die Erste Group und nahm die Einstufung für die Aktien der EuroTeleSites von "Buy" auf "Accumulate" zurück. Das Kursziel in Höhe von 5,90 Euro wurde unverändert belassen. Die Titel des Funkmastenbetreibers gaben 0,6 Prozent auf 4,93 Euro nach.
Datenseitig blickten die Investoren am Vormittag nach Deutschland. Sinkende Zinsen und die geplanten Milliardeninvestitionen der deutschen Bundesregierung in die Infrastruktur hellen die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter auf. Das Ifo-Geschäftsklima legte im Juni um 0,9 Zähler auf 88,4 Punkte zu. Volkswirte hatten einen Anstieg des Ifo-Index erwartet, aber im Schnitt nur auf 88,0 Punkte. Die Stimmung der Verbraucher in den USA hat sich im Juni unerwartet eingetrübt, wurde dann am Nachmittag bekannt. Der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, hat erneut bekräftigt, bei Zinssenkungen keine Eile zu haben. Zunächst gehe es darum, sich mehr Klarheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der von Präsident Donald Trump verhängten Zölle zu verschaffen. "Die Auswirkungen der Zölle werden unter anderem von ihrer endgültigen Höhe abhängen", sagte Powell laut Redetext bei einer Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses.
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