Übersichtsseite Blogs

>> zur Startseite mit allen Blogs

Blogger

Die Macht der großen Zahlen: Wie Langfrist-Charts täuschen können (Christian W. Röhl)


Die Nasdaq  gestern Abend mal wieder mit einem neuen Allzeithoch. Inzwischen zeigen die Langfrist-Charts der US-Technologiebörse fast ebenso senkrecht nach oben wie vor dem großen Crash 2000-03. Dass nicht wenigen Beobachtern dabei etwas schwindelig wird, liegt allerdings auch an der graphischen Aufbereitung.

Zumeist werden Kursverläufe nämlich linear dargestellt. Dabei ist die senkrechte Y-Achse in identische Abschnitte eingeteilt, der Abstand zwischen 1.000 und 2.000 Punkten fällt also genauso groß aus wie die Entfernung zwischen 5.000 und 6.000 Punkten. Das jedoch verzerrt die Dimensionen – schließlich bedeutet ersteres eine Verdopplung, während letzteres gerade mal einem Plus von 20% entspricht.

Gerade bei sehr langfristigen Charts mit sehr hohen Zuwächsen empfiehlt sich deshalb eine logarithmische Y-Achse. Bei dieser zunächst etwas gewöhnungsbedürftigen Darstellung bekommt jede Verdopplung unabhängig vom absoluten Niveau gleich viel Raum. Zwischen 1.000 und 2.000 Punkten liegt also genauso viel „optische Strecke“ wie zwischen 2.000 und 4.000 Punkten.

Auf diese Weise lässt sich auch die Wertentwicklung der frühen Jahre nachvollziehen, als die Index-Werte noch im zwei- und dreistelligen Bereich notierten. Im klassisch-linearen Chart wirken die Schwankungen dieser Ära – etwa der brutale Absturz 1972/73 – auf dem Bildschirm ja wie Pixelfehler.

Parallel erkennt man: Von einer „Fahnenstange“ des Jahres 2000 sind wir noch weit entfernt; vielmehr läuft der Nasdaq Composite im Rahmen des 40-jährigen Trends nach oben.

Sorglos sollte man deshalb zwar nicht sein. Kräftige Rücksetzer von 20-30% sind an der Nasdaq jederzeit möglich – nicht nur bei einzelnen Aktien, sondern auch im Index. Geduld wurde jedoch auch hier belohnt: Seit dem Herbst 1977 hat der Index sich verfünfundsechzigfacht, inklusive reinvestierter Dividenden sogar fast verachtzigfacht – was einer durchschnittlichen Jahresrendite von 11,4% entspricht.

Der Beitrag Die Macht der großen Zahlen: Wie Langfrist-Charts täuschen können erschien zuerst auf DividendenAdel.



(10.10.2017)

Laptop, Chart, xtb, (© Martina Draper/photaq)


 Latest Blogs

» Nimmt der DAX den Schwung mit in die neue ...

» WM-Limits für Bendrat und Schrott über 60m...

» Laufbahn statt Laufband ... und leichte Se...

» Luxottica, Shimano, VF Corp., Weight Watch...

» cool running 160 (Christian Drastil via Ru...

» Klondike Gold Österreich-Roadshow (Stefan ...

» Althangrund: Newsletter#1, Youtube-Video

» Erster Wettkampf und erster Sieg im neuen ...

» Unsere ersten Höhenmeter 2018 (Mike Breit ...

» 1:34 und das nicht am Anschlag (Roman Tach...


>> Alle Blogs


Christian W. Röhl
DividendenAdel ist der unabhängige Wegweiser für alle, die lieber Aktien von profitablen Unternehmen halten statt ihr Geld in windige Finanzprodukte zu stecken.
Nach der aus unserem Manager Magazin-Bestseller bekannten Methodik des „Magischen Vierecks“ analysieren wir fortlaufend die Ausschüttungsqualität von mehr als 2.500 deutschen und internationalen Börsenfirmen – für institutionelle Kunden, vor allem aber für unser eigenes Vermögen.
Hier im Blog geben wir Einblicke in unseren Investment-Alltag: Studien, Strategien, Statements – garniert mit Dividenden-Ideen aus aller Welt.
 

>> http://blog.dividendenadel.de


 Weitere Blogs von Christian W. Röhl

» Neun Jahre keine Korrektur? Von wegen..! (...

Immer wieder heißt es dieser Tage in den Medien, die Aktienmärkte seien „neun Ja...

» EchtgeldTV: Futter für die Watchlist – 20 ...

Puh, ganz schön was los an den Börsen. Gestern in New York der erste vierstellige Punkt...

» Cash statt Crash: Münchener Rück lässt die...

Was für eine Börsenwoche! In den meisten Indices ist tatsächlich etwas passiert, w...

» DividendenAdel Eurozone 02/2018: Holpriger...

Die europäischen Aktienmärkte sind verhalten in das neue Jahr gestartet. Während d...

» Korrektürchen im Dow Jones: Bullshit-Bingo...

Rund 3,5% haben die Welt-Aktienmärkte in der vergangenen Woche verloren. An der Wall Street ...