Angesichts von Spritpreisen jenseits der Zwei-Euro-Marke fordert die Opposition eine Neuauflage des Tankrabatts. Doch Ökonomen warnen vor einem teuren Fehler.
Die Preise an deutschen Tankstellen haben Rekordhöhen erreicht. Vielerorts kostet ein Liter Benzin oder Diesel deutlich mehr als zwei Euro. Auslöser ist ein Ölpreisschock, der auf einen militrischen Konflikt im Nahen Osten und eine Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus zurückgeht. Der Preis für ein Fass Brent-Rohöl schnellte von rund 72 auf zeitweise 120 US-Dollar. Aktuell pendelt er bei etwa 104 Dollar. In Deutschland stiegen die Kraftstoffpreise dabei doppelt so stark wie im europäischen Durchschnitt.
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Die Internationale Energieagentur (IEA) stuft die Lage als ernste Störung der globalen Versorgung ein. Mitgliedsstaaten, darunter Deutschland, haben bereits Teile ihrer strategischen Ölreserven freigegeben, um den Markt zu beruhigen. Bisher ohne durchschlagenden Erfolg an der Zapfsäule.
Die Folgen treffen die gesamte Wirtschaft. Logistikunternehmen, Speditionen und Handwerksbetriebe schlagen Alarm. Sie fürchten höhere Kosten und gestörte Lieferketten. Der ADAC wirft der Mineralölwirtschaft zudem vor, Preiserhöhungen sofort weiterzugeben, Senkungen aber zu verzögern. Die Gewinnmargen der Konzerne stehen im Fokus.
Als Reaktion auf die Preisspirale wird eine Rückkehr des Tankrabatts laut gefordert. Politiker wie Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) verlangen eine „Steuerbremse beim Tanken“. Der ADAC unterstützt die Prüfung einer befristeten Steuersenkung.
Dagegen formiert sich breiter Widerstand aus der Wirtschaftsforschung. Institute wie ifo und DIW Berlin halten einen erneuten Rabatt für einen „teuren Fehler“. Ihre Argumente: Die Maßnahme sei nicht zielgerichtet, entlaste auch Gutverdiener und untergrabe das Signal zum Energiesparen. Zudem müssten Milliarden an Steuerausfällen gegenfinanziert werden. Die Sorge: Die Konzerne könnten die Steuersenkung schlicht als zusätzliche Marge einstreichen.
Neben dem umstrittenen Rabatt werden andere Instrumente diskutiert. Die Bundesregierung plant eine Preisregelung nach österreichischem Vorbild. Sie würde Tankstellen nur noch eine Preiserhöhung pro Tag erlauben. Senkungen blieben jederzeit möglich. Kritiker fürchten, dass Tankstellen vorsorglich dauerhaft höhere Preise ansetzen könnten.
Weitere Vorschläge sind ein staatlicher Preisdeckel, eine temporäre Aussetzung der CO2-Steuer oder eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne. Die CO2-Abgabe macht 2026 etwa 17 Cent pro Liter Benzin und 19 Cent pro Liter Diesel aus.
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Die Debatte weckt Erinnerungen an 2022. Damals kostete der Tankrabatt den Staat rund drei Milliarden Euro. Er zeigt das klassische Dilemma: schneller politischer Handlungsdruck versus langfristige ökonomische und klimapolitische Vernunft.
Bereits bestehende Entlastungen wie die Pendlerpauschale werden zum 1. Januar 2026 auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer angehoben. Das hilft Pendlern mit kürzeren Strecken. Kritikpunkt bleibt: Geringverdiener ohne Steuerlast profitieren nicht, und eine Lenkungswirkung für den Klimaschutz fehlt.
Wie es weitergeht, ist ungewiss. Solange die geopolitischen Spannungen anhalten, werden die Öl- und Spritpreise hoch und volatil bleiben. Langfristig steigt der Druck auf fossile Kraftstoffe durch den planmäßigen Anstieg des CO2-Preises weiter.
Die Bundesregierung steht vor einer schwierigen Abwägung. Sie muss akute Härten abfedern, ohne die Klimaziele und die Haushaltsdisziplin aus den Augen zu verlieren. Wird es einen schnellen, aber umstrittenen Tankrabatt geben? Oder setzen sich zielgenauere, aber weniger populäre Maßnahmen durch? Die Suche nach der richtigen Balance zwischen sozialem Schutz und Verantwortung wird die Politik in den kommenden Wochen intensiv beschäftigen.
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