Glencore: Währungsrisiko inklusive (Michael Vaupel, Christoph Scherbaum)

Das hat geklappt – aus Sicht von Glencore (WKN: A1JAGV / ISIN: JE00B4T3BW64): Das Unternehmen hat eine neue Anleihe im Volumen von einer Milliarde US-Dollar offenbar problemlos platzieren können. Der Kupon liegt bei nennenswerten 4,0% pro Jahr.

Als Nominalwert werden mir 1.000 US-Dollar je Anleihe angezeigt – aber die Mindeststückelung soll bei 2.000 US-Dollar liegen. Wie auch immer: Während ich diese Zeilen schreibe, notiert die Anleihe etwas unter Nominalwert, im Bereich 99%. Sieht das nach einem lohnenden Investment aus?

Glencore-Chart: finanztreff.de

Nicht übersehen: Diese Anleihe notiert in US-Dollar. Das ist für Anleger(innen) aus einem anderen Währungsraum ein Risiko. Denn was bringen z.B. diese 4% Zinsen pro Jahr, wenn der US-Dollar im gleichen Zeitraum z.B. 5% abwertet? Es gilt, in der Heimatwährung zu rechnen. Und das Rating von Glencore wird mit BBB angegeben von S&P. Nicht, dass ich den Rating-Agenturen besonders vertrauen würde, aber dennoch ist mir ein hohes Rating lieber als ein niedriges. Und eine ganz andere Frage ist es, ob man einem Unternehmen wie Glencore (das mehrfach wegen massiver Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen in der Kritik war) überhaupt Geld leihen möchte. Muss jeder selber wissen natürlich.

Und hier noch das Zitat zum Tag:

„Sein Gewissen war rein. Er benutzte es nie.“ – Stanislaw Jerzy Lec

Ein Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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(07.04.2017)

Glencore, 360b / Shutterstock.com , 360b / Shutterstock.com, (© www.shutterstock.com)


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Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

>> http://dieboersenblogger.de


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