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DAX-Chartanalyse: Zinsentscheid kann Richtung weisen (Andreas Mueller, Christoph Scherbaum)


In der Vorwoche mit dem Titel „Runde 1.000er-Marken erfreuen die Bullen“ (hier auf DIE BOERSENBLOGGER ->) ging ich von einem heißen Kampf um diese Marke aus. Heiß wurde es nicht, doch die Marke wurde mehrfach umspielt. Entfernen konnte sich der DAX allerdings nicht von ihr, weder mit einem Bruch der 12.100 auf der Oberseite (bullisches Szenario aus der Analyse), noch mit einem Unterschreiten der 11.900 auf der Unterseite (bärisches Szenario der Vorwoche). Dennoch gab es dazwischen eine Menge Trading-Chancen zu sehen, die ich nachfolgend aufzeige und mit einem Ausblick auf die kommende Woche als DAX-Chartanalyse verbinde.


Rückblick auf die Woche der EZB

Zum Wochenstart konnte die 12.000 im DAX nicht mehr gehalten werden. Es folgte ein kleiner Rutsch, der sich jedoch nicht zuspitzte. Im Gegenteil, denn um 11.920 Punkte kam es immer wieder zu Käufen im Markt – noch vor der eingezeichneten Unterstützung aus der Vorwoche, in der ich die 11.900 als „Ableitbare Unterstützung“ skizzierte. Siehe Rückblick-Chart:
So pendelte sich der DAX im Verlauf des Dienstags vor dieser Unterstützung ein und machte sich später erneut in Richtung 12.000 auf. Dort generierte er wenig später auch „fast“ ein Kaufsignal im Stundenchart:
Dazu kam es am Dienstag jedoch nicht mehr und somit stand wenig später ein nochmaliger Test der unteren Etage, wo sich schließlich um 11.920 ein härterer Boden ausbilden konnte, an. Eine Marke, die augenscheinlich bei Tradern Signalwirkung hatte. Es gingen einige Marktakteure dort long, so wie ich ebenso (hier Chartbild von nextmarkets):
Mit einem klaren Ziel war dies auch sehr gut visualisierbar und nachzuvollziehen.

Am Markt war schnell wieder Euphorie ausgebrochen und die 12.000 lockte erneut. Damit stand der DAX am Nachmittag wieder in seiner „Entscheidungszone“ knapp über 12.000 Punkten und schickte sich an, seinen Abwärtstrend zu verlassen:

Weit gefehlt – auch dieser Versuch scheiterte. Und so testeten die Marktakteure, wie sollte es anders sein, eben noch einmal die untere Begrenzung bei 11.920 Punkten. Diese hielt erneut und sorgte mit Hilfe des EZB-Präsidenten Draghi am Donnerstag zur EZB-Pressekonferenz für einen neuerlichen Aufschwung zum (ich nannte ihn liebevoll) „Wohlfühlpunkt“:
Erst am Freitag übersprang der DAX diese gezeigte Zone und konnte sich zumindest bis zu den US-Arbeitsmarktdaten darüber etablieren. Die Jahreshochs im Blick formierte er sich entsprechend wie hier im Stundenchart sehr gut dargestellt ist:
Mit der US-Eröffnung gab es jedoch keinen Halt mehr und alle Gewinne der beiden Vortage schmolzen dahin. Dies ging mit einem Anstieg des EUR/USD einher und machte viele Trader, die Short positioniert waren, glücklich. Dabei muss man immer auf einen Broker achten, der schnelle Ausführungen und minimale Kosten bereitstellt. Selbst nutze ich JFD Brokers dafür (Infoseite ->).

Bitcoin: Der Schreck zum Wochenende

Kleiner Einschub, der jedoch viele Trader interessieren dürfte. Die Cyber-Währung Bitcoin stand kurz davor, eine Zulassung für das Listing eines Index-ETF’s in den USA zu erhalten. Dabei prüfte die Börsenaufsicht SEC sehr ausführlich und hätte damit die seit 2009 existierende virtuelle Währung für große Investments freigeben können. Doch soweit kam es nicht. Eine Absage am Freitagabend ließ diese Träume erst einmal hart platzen und sorgte für einen Kurseinbruch von rund 20 Prozent im ersten Effekt:
Von diesem Kursverfall erholte sich der Wert, der auch am Wochenende gehandelt werden kann, jedoch wieder. Aktuell (Sonntag 12 Uhr) notiert Bitcoin beim Broker IG Markets fester bei 1.175 Dollar. Ob damit die Rekordjagd weitergeht, immerhin war Bitcoin zeitweise teurer als Gold , wird sich zeigen müssen. Bedenken liest man bspw. auf diesem Blog: https://zero2one-inside-hps.com/2017/03/03/bitcoin-auf-rekordjagd/

Ausblick auf die kommende Handelswoche

In der kommenden Handelswoche steht wohl eine Zinsanhebung der US-Notenbank FED an. Mittwoch soll diese Entscheidung veröffentlicht werden, wie die meisten Marktteilnehmer in Einigkeit ausdrücken. Eine Überraschung ist es somit nicht mehr, doch ob die Märkte danach „sell on news“ spielen, kann nicht ausgeschlossen werden. Immerhin mühen sie sich nun seit geraumer Zeit ab, neue Verlaufshochs zu generieren. Ist dies nur ein Krafttanken oder die Frühjahrsmüdigkeit?

Den Aufwärtstrend im Stundenchart aus der Vorwoche kann man im Chartbild weiterhin belassen. Er bildet mit dem Boden dieser Woche um 11.920 eine sehr prägnante und nicht zu übersehende Unterstützung aus:
Diesen Bereich definiere ich als Trigger für einen Einstieg in Short und der Spekulation auf fallende Kursnotierungen. Konkret also, bei einem Bruch dieser beiden Schwellen steht das Kursziel 11.850 und tiefer auf meinem Prognosezettel. Der Zielbereich ergibt sich aus dem Anfang März startenden Ausbruch:
Entspannung und somit das bullische Szenario tritt für mich in Stufen ein. Die Widerstände sind mehrschichtig und eng beieinander, so dass man hier wohl eher im Daytrading schnelle Gewinne und kleine Kursziele setzen sollte. In der ersten Stufe sehe ich die Chance bei Rückeroberung der 12.020 auf einen neuen Anlauf zu den Freitagshochs. Knapp darüber ist das Jahreshoch nicht weit entfernt (falls der Break kommt) und darüber sind es, wie in der Vorwoche geschrieben, weniger als 3 Prozent bis zum Allzeithoch. Im Chartbild sieht dies wie folgt aus:
Eine starke Bewegung, ggf. ausgelöst durch die US-Notenbank, kann hier für einen schnellen Run in beide Richtungen sorgen. Prognosen darüber sind vorab nicht möglich, wohl aber die Identifizierung dieser gezeigten Marken, um darauf reagieren zu können.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,
Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

Ein Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf dieboersenblogger.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

 



(13.03.2017)

Was noch interessant sein dürfte:

DAX – Die 12.000 Punkte-Marke weiter im Blickpunkt (Deutsche Bank Morning Daily) (Charttechnik)



DAX 30, Kurse, Chart, Kugelschreiber http://www.shutterstock.com/de/pic-42667519/stock-photo-financial-market.html, (© www.shutterstock.com)


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Christoph Scherbaum

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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