Gerade habe ich mir die Zahlen von Henkel (WKN: 604843 / ISIN: DE0006048432) für das Geschäftsjahr 2016 angeschaut. Das Unternehmen bringt es in der Überschrift der entsprechenden Meldung bereits auf den Punkt: „Henkel mit neuen Höchstwerten bei Umsatz und Ergebnis“. So ist es in der Tat:
Der Umsatz kletterte um 3,5% (bzw. organisch +3,1%) auf 18,714 Mrd. Euro. Das Ergebnis je Vorzugsaktie stieg sogar deutlich überproportional, und zwar um 9,8% auf 5,36 Euro.
Allerdings fiel mir bei der Angabe zum Ergebnis je Vorzugsaktie ein „Sternchen“ auf, welches erläuterte: „Bereinigt um einmalige Aufwendungen und Erträge sowie Restrukturierungsaufwendungen“. So etwas ist dann für mich ernüchternd – denn das eröffnet einen gewissen Entscheidungsspielraum für das Unternehmen. „Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen“ – da können dann alle möglichen Kosten herausgerechnet werden und den Gewinn pro Aktie entsprechend höher erscheinen lassen. Denn was genau ist schon eine Restrukturierungsaufwendung ist und was nicht?
Henkel-Chart: finanztreff.de
Dennoch: Gute Zahlen, in der Tat. Und der Ausblick ist solide: 2-4% Wachstum in den Unternehmensbereichen, und das Ergebnis pro Vorzugsaktie – pardon, das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie – soll wieder um überdurchschnittliche 7-9% steigen. Die Dividende für 2016 soll je Vorzugsaktie sogar um 10,2% auf 1,62 Euro (Vorjahr: 1,47 Euro) steigen. Das sieht alles schön und gut aus. Allerdings kommt es bei der Einschätzung einer Aktie natürlich auch auf deren Preis = Kurs an. Und die Henkel-Aktie steht im Bereich 118 Euro. Da sieht die Dividendenrendite von knapp 1,4% gar nicht mehr so gut aus. Und das Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 22 auch nicht. Es ist eben letztlich eine Frage des Preises. Und auf dem aktuellen Niveau finde ich die Henkel-Aktie eher fair bewertet. Und fair bewertet bedeutet für Eingeweihte: Nicht besonders interessant.
Und hier noch das Zitat zum Tag:
„Gespannte Erwartung wird selten befriedigt.“ – Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)
Ein Beitrag von Michael Vaupel
Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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