Die Europäische Zentralbank hat mit gleich drei Ankündigungen die Finanzmärkte überrascht. Nicht nur der Einlagesatz („Strafzins“) wurde reduziert und das laufende Anleihekaufprogramm ausgeweitet, sondern auch der Leitzins wurde zum Leidwesen der Sparer auf 0,00% gesenkt. Der DAX war daraufhin angesprungen und notierte zeitweise nur wenige Punkte unterhalb der psychologischen Marke bei 10.000 Zählern.
Konjunktur
Der Leitzins wurde zur allgemeinen Überraschung von 0,05% auf 0,00% gesenkt. Ebenfalls reduziert wurde der Einlagesatz von -0,3% auf -0,4%. Die Europäische Zentralbank hat das monatliche Anleihekaufprogramm von bisher 60 Mrd. EUR auf nunmehr 80 Mrd. EUR erhöht. Als Grund für die doch recht deutlichen Maßnahmen wurde die unverändert niedrige Inflation in der Eurozone genannt. Im Februar betrug die Kern-Teuerungsrate 0,7%. Damit ist die EZB von dem selbstgesteckten Ziel von 2% recht weit entfernt.
Der DAX hat einen Großteil der Kursgewinne eingebüßt, weist zur Stunde ein Plus von „nur“ noch 0,9% auf 9.816 Punkte auf. Verlierer war zuerst der Euro zum US-Dollar, der kurz nach Bekanntgabe der geldpolitischen Maßnahmen gehörig unter Druck geriet. Aktuell wird die Gemeinschaftswährung wieder oberhalb der Preisregion bei 1,1000 USD gehandelt.