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Plan A: Oder, wie automatisiere ich meine finanzielle Zukunft? (Michael Plos)

Gute finanzielle Entscheidungen zu treffen, ist eigentlich ganz simpel. Zunächst überlegt man sich, wo man hin will. Dann definiert man den Weg dort hin. Und am Ende kommt der Autopilot ins Spiel. Und so funktioniert’s.

Wir leben im Jahr 2020. In einer Welt, die sich im stetigen Wandel befindet. Altes wird immer schneller durch Neues ausgetauscht. In vielen Fällen – zum Glück – durch Besseres. Das gilt zumindest für die Geldanlage.

Besser sparen

So funktioniert das Sparen heute völlig anders, als wir es ursprünglich von unseren Eltern gelernt haben. Die Zinsen liegen darnieder. Das Sparbuch ist längst tot (siehe hierzu: https://michaelplos.com/sparen/weltspartag-das-sparbuch-ist-tot/ bzw. https://michaelplos.com/gedanken/das-sparbuch-ist-untot/). 

“Es lebe der Sparplan”

heißt das neue Motto. Und das völlig zurecht.

Schließlich bieten Sparpläne eine Reihe von Vorteilen:

  • sie lassen sich automatisieren (geringer zeitlicher Aufwand)
  • sie sind günstig (geringer finanzieller Aufwand)
  • sie ermöglichen breit gestreute Partizipation am Aktienmarkt (hohe Rendite)

Wer sich zum Thema Sparplan gerne im Detail schlau machen möchte, kann das hier tun: https://michaelplos.com/sparen/sparplan-nicht-perfekt-aber-alternativlos/

Bezahle dich selbst zuerst!

Widmen wir uns nun dem Thema der Automatisierung. Diese ist ebenso simpel wie wirkungsvoll. Hat man erst einmal alles eingestellt, wird das ganze zum Selbstläufer. Administrativer Aufwand nach der Einrichtung: gleich null.

Legen wir also los! Wir brauchen zunächst vier Zutaten: 

Erstens gilt es festzustellen an welchem Tag das eigene Gehalt am Girokonto eingeht. Kennt man diesen Tag (zum Beispiel der Monatserste), richtet man einen Dauerauftrag ein. 

Zweitens ist der monatliche Betrag zu festzulegen, der überwiesen werden soll. Dieser kann natürlich völlig frei gewählt werden. Ich empfehle mindestens 10 Prozent des Nettogehalts.

Drittens sollte der Dauerauftrag in einem Zeitfenster von wenigen Tagen nach Gehaltseingang ausgeführt werden. Klingt banal, ist aber essentiell. Man muss sich selbst nämlich immer zuallererst bezahlen. Warum? Nur das zu sparen/investieren, was am Ende des Monats noch übrig bleibt, ist ein zum Scheitern verurteilter Plan. Wir Menschen neigen nämlich dazu, das Girokonto Richtung Monatsletzten möglichst leerzuräumen. 

Wir kennen nun also den Betrag, sowie den Zeitpunkt. Fehlt noch – viertens – die Zieldestination. Es ist dies das Verrechnungskonto beim Online-Broker der eigenen Wahl. Wer so ein Konto noch nicht hat, keine Sorge. Wir schauen uns jetzt an, wie man einen guten findet.

Online-Broker finden

Die Grundvoraussetzung, um einen Sparplan zu einzurichten, ist die Eröffnung eines Depots (samt zugehörigen Verrechnungskonto) bei einem Online-Broker. In Deutschland gibt es hier dank starkem Wettbewerb gleich mehrere wettbewerbsfähige Alternativen – siehe https://www.finanzen.net/online-broker-vergleich. In Österreich ist die Auswahl hingegen sehr klein (und die Konditionen entsprechend leider weniger attraktiv) – siehe https://www.broker-test.at/vergleich/broker/.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl des Brokers:

  • kostenlose Depotführung
  • kostenloses Verrechnungskonto
  • keine Negativzinsen am Verrechnungskonto
  • viele Sparplanfähige ETFs

Kleine Anmerkung: In Österreich wird man solch einen Online-Broker nicht finden. Hier wird man einen Tod sterben müssen (gratis Depotführung vs. Negativzinsen am Verrechnungskonto). Man muss dementsprechend für sich selbst berechnen, was unter dem Strich günstiger ist. In vielen Fällen sind die Negativzinsen des geringere Übel.

Das richtige Sparprodukt auswählen

Wie richtet man nun einen Sparplan ein? Man sucht zunächst ein Finanzprodukt, das weltweit in möglichst viele Unternehmen (bzw. deren Aktien) investiert. Wir reden hier von Hunderten bis Tausenden. Diese Eigenschaft stellt die wichtige “Streuung” (über Länder und Branchen) sicher. Und damit eine langfristig unerreicht hohe Rendite. 

Danach sucht man ein möglichst günstiges Produkt (heißt: jährliche Kosten von weniger als 1 Prozent – besser: weniger als 0,5 Prozent). Dieses Kriterium schränkt die Auswahl deutlich ein – denn sämtliche aktiv gemanagte Investmentfonds fallen wegen ihrer Kostenstruktur weg. Was bleibt sind sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds).

Um den Automatisierungsgrad hochzuhalten, sucht man nach einem ETF mit dem Zusatz “thesaurierend”. Das heißt, dass potenzielle Ausschüttungen wieder reinvestiert werden (ohne zeitliche oder finanziellen Zusatzaufwand). Die “Replikationsmethode” ist zwar nicht wirklich von besonders großer Bedeutung: Dennoch lautet meine Empfehlung, auf “physische Replikation” zu setzen. Dann ist im ETF auch das drin, was drauf steht. Zumindest zu sehr großen Teilen.

Hat man nun seine Checkliste durch, gibt es nur noch eine Handvoll Angebote. Jetzt kann man noch einmal auf die Kosten schauen. Welcher ETF ist in der Verwaltung besonders günstig? Auch interessant: wie viel Geld steckt denn in den einzelnen ETFs, die sich noch auf der Liste befinden? Bei letzterem gilt: Je mehr, desto besser. Zwar ist das investierte Geld als Sondervermögen ohnehin geschützt. Aber potenzieller administrativer Aufwand wird umso unwahrscheinlich, je mehr Geld (wir reden hier von hunderten Millionen bis wenigen Milliarden Euro) investiert ist. 

Außerdem steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der ETF auch sparplanfähig ist. Also bespart werden kann.

Sparplan einrichten

Hat man seinen Wunsch-ETF auserkoren, notiert man sich dessen ISIN. Diese stellt die eindeutige Identifikation des ETFs dar. Die ISIN setzt man im nächsten Schritt in der Sparplansuche des eigenen Online-Brokers ins Suchfeld ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass der ETF bespart werden kann, ist extrem hoch. Kann man ihn nicht besparen, kehrt man zu seiner Shortlist zurück und nimmt den Zweitplatzierten. Der Wettbewerb der ETF-Anbieter ist glücklicherweise so hoch – da nehmen sich die verschiedenen Produkte kostenseitig nicht mehr viel.

Danach noch den gewünschten Sparplanbetrag angeben, das Ausführungsdatum auswählen (ob 1. oder 15. des Monats ist langfristig egal, wenn es um die Rendite geht) und das Intervall der Durchführung (monatlich, quartalsweise, jährlich) festlegen. 

Fertig.

Der Kreis schließt sich

Ich will ehrlich sein. Dieser Artikel ist umfangreicher geworden, als ich ursprünglich geplant hatte. Dennoch bin ich der festen Meinung, dass die automatisierte Geldanlage nicht wirklich kompliziert ist. Vor allem wenn man betrachtet, dass die zeitliche Belastung nach einmaligem Initialaufwand wirklich verschwindend gering ist. Und die meisten Menschen ja schon jetzt wissen, wie man einen Dauerauftrag einrichtet… 

Abschließend will ich noch einmal zur Einleitung zurückkehren. Aber nur ganz kurz. Versprochen. Dort hieß es ja, dass man festhalten soll, wo man hin will. 

In meinem Fall lautet das klare Ziel: “Aus meinem Ersparten möglichst viel rausholen”. Danach haben wir den Weg dorthin definiert. “Langfristig breit gestreut in den Aktienmarkt investieren”. Abschließend kam dann der Autopilot ins Spiel. Heißt: Dauerauftrag am Girokonto und Sparplan bei Online-Broker einrichten. Das wars. 

So einfach lässt sich der “Plan A” umsetzen. Vermutlich der wichtigste Plan, den man in Geldangelegenheiten überhaupt haben kann. Denn er weist in keine geringere Richtung, als in die eigene finanzielle Zukunft.

PS: 

Es gibt übrigens keinen Plan B. Denn Plan A ist alternativlos. Doch es gibt einen Plan C. Dieser wird hier verlinkt, sobald der entsprechende Artikel veröffentlicht wurde. Keine Sorge, das passiert schon in wenigen Tagen.

Der Beitrag Plan A: Oder, wie automatisiere ich meine finanzielle Zukunft? erschien zuerst auf Michael Plos - Finanzbildung, Sparen und Investieren.

Im Original hier erschienen: Plan A: Oder, wie automatisiere ich meine finanzielle Zukunft?



(20.06.2020)

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Michael Plos

Finanzblogger

>> http://michaelplos.com


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